Medienrecht

Preisspirale: MDR-Rundfunkrat fordert Debatte über Sportrechte

Schon seit einiger Zeit stehen die extrem hohen Ausgaben der öffentlich-rechtlichen Sender für Sportübertragungsrechte in der Kritik. Nun hat der MDR-Rundfunkrat zwar dem Vertragsabschluss zwischen ARD/ZDF und der UEFA zur Übertragung der Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich mehrheitlich zugestimmt – allerdings wurde der Beschluss auch zum Anlass genommen, sich über die Rolle des Profisports im öffentlich-rechtlichen Rundfunkprogramm auseinanderzusetzen, so eine Meldung des MDR. 

Man müsse eine Strategie des Programmverhältnisses zwischen Profisport, insbesondere Fußball, und Breitensport finden, so die Meldung weiter. Rundfunkratsvorsitzender Horst Saage sagte dazu: „Wir kennen die Attraktivität des Fußballs beim Fernsehpublikum, wir sehen aber auch mit Sorge auf die seit Jahren sich drehende Preisspirale bei den Lizenzverhandlungen für Spitzensport.“

ARD und ZDF hatten im April 2012 den Free-TV-Zuschlag für die Übertragungsrechte der Bundesliga-Spielzeiten 2013/14 bis 2016/17 erhalten. Über die Konditionen wurde Stillschweigen vereinbart. Momentan zahlt die ARD Sportschau rund 100 Millionen Euro pro Jahr, um Bundesligaspiele übertragen zu dürfen. Dank verschiedener Rechtepakete nimmt die DFL demnächst pro Saison 628 Millionen Euro ein (in der Saison 2016/17 sind es sogar 673 Millionen Euro). Momentan bringen die Übertragungsrechte der DFL 412 Millionen Euro pro Saison ein.

Man erwarte, dass Programmmacher und Aufsichtsgremien in der ARD über ein künftiges Gesamtkonzept diskutieren, so die Meldung weiter. In den nächsten Sitzungen wolle man weiter über das Thema Sportrechte verhandeln. „Wenn wir uns für diese teuren Rechte entscheiden, dass muss dies erkennbar Teil einer Gesamtstrategie sein“, so Saage.

Im Juli 2011 sorgte bereits der Ankauf der Übertragungsrechte für Boxkämpfe für 54 Millionen Euro für Diskussionen innerhalb der Gremien.

Trotz der Grundsatzdebatte stimmte der Rundfunkrat auch dem Kauf der Übertragungsrechte an den Fußball-Länderspielen des DFB (Männer und Frauen), den Spielen der 3. Liga und Spielen der Frauen-Bundesliga bis 2015/16 sowie dem Erwerb der Übertragungsrechte an den DFB-Pokal-Wettbewerben 2012/13 bis 2015/16 zu, so die Meldung des MDR-Rundfunkrats weiter.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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