Medienrecht

OLG Karlsruhe bestätigt Anspruch von Günther Jauch auf Gegendarstellung

Nicht jeder Prominente lebt auch sein Privatleben öffentlich. Immer mehr aus TV oder Film bekannte Personen versuchen mediale Veröffentlichungen über Themen aus dem eigenen Privatleben zu unterbinden. Das OLG Karlsruhe (Urteil vom 9.9.2015, Az.: 6 U 110/15) hat nun eine Entscheidung des LG Baden-Baden bestätigt und dem bekannten TV Moderater Günther Jauch einen Anspruch auf Gegendarstellung gewährt.

Falsche Tatsachenbehauptung löst Anspruch auf Gegendarstellung aus

Im entschiedenen Fall hatte eine Wochenzeitschrift Anfang 2014 auf der Titelseite geschrieben „Günther Jauch Schock-Geständnis  Steckt seine Ehe in der Krise?“. Jauch selber hat sich gegen diese Veröffentlichung gewehrt. Zum wiederholten Male hat Jauch – der bekannt dafür ist sein Privatleben und Veröffentlichungen über private Angelegenheiten konsequent juristisch zu sanktionieren – einen Gegendarstellungsanspruch erwirken wollen. Schon in der Vorinstanz hatte er den Anspruch auf Gegendarstellung durchsetzen können. Auch das OLG Karlsruhe kam zu keinem anderen Ergebnis. Die Wochenzeitung müsse die von Jauch geforderte Gegendarstellung mit den Worten „Ich habe im Zusammenhang mit meiner Ehe nichts gestanden“ abdrucken.

Gegendarstellung auf Titelseite nicht unangemessen

Die Richter am OLG Karlsruhe haben darüber hinaus entschieden, dass Jauch auch einen Anspruch darauf habe, dass die Gegendarstellung ebenfalls auf der Titelseite abgedruckt werde. Üblicherweise müssen Gegendarstellungen in ähnlich prominenter Weise abgedruckt werden wie auch die jeweiligen angegriffenen Äußerungen platziert wurden. Die Einwände der beklagten Wochenzeitschrift konnten das OLG Karlsruhe nicht überzeugen. Jauch habe sich in einer TV Sendung nicht persönlich zu seiner Ehe geäußert, wenn er in Bezug auf eine andere Ehe sagt, dass er noch einmal heiraten würde, wenn es in der Ehe Probleme gäbe.

Schutz der Privatsphäre

Prominente und der Öffentlichkeit unbekannte Personen können grundsätzlich dann einen Anspruch auf Gegendarstellung durchsetzen, wenn Presseunternehmen Tatsachen behaupten und abdrucken, die nicht der Wahrheit entsprechen. In diesen Fällen müssen Geschädigte die Möglichkeit haben entstandene falsche Eindrücke korrigieren zu können. Zeitungen und Zeitschriften dürfen Gegendarstellungen dann regelmäßig nicht im Blatt versteckt veröffentlichen, sondern müssen diese dort abdrucken wo die angegriffene falsche Tatsachenbehauptung veröffentlicht wurde. (NIH)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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