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Öffentlich-Rechtliche bald ohne Facebook-Seiten?

Dass eine Facebook-Präsenz gerade für den Kontakt zur jungen Zielgruppen von Relevanz ist, haben auch ARD und ZDF verinnerlicht. Jedoch könnte für die öffentlich-rechtlichen Sender demnächst Schluss sein mit ihren Facebook-Auftritten. Nach dem Rundfunkstaatsvertrag ist ARD und Werbung im Internet verboten. Dies gilt ebenso auf Plattformen von Dritten, auch dort müssen die Inhalte im werbefreien Umfeld angeboten worden.

Bislang gab es eine Ausnahmeregelung mit Drittanbietern, wie z. B. YouTube und Facebook. Nun habe Facebook signalisiert, die Werbefreiheit künftig nur noch gegen Geld sicherzustellen, so Eckart Gaddum, Leiter „Neue Medien“ des ZDF gegenüber der dapd. Dies komme aber „nicht in Frage“.

Betroffen könnte z. B. die Facebook-Seite des neuen Formats „neoParadise“ sein. So schreibt die ZDFneo-Redaktion auf die Frage eines Users nach der möglichen Schließung von ZDF-Facebook-Seiten auf ihrer Facebook-Präsenz: „Im Moment ist es so, dass die „alten Seiten“ noch werbe- und kostenfrei sind. Neuere Seiten kosten nun 50.000$ pro Jahr, wenn sie werbefrei sein sollen. Was sehr viel ist, also weichen wir von den normalen Seiten auf die Möglichkeit des Open Graph aus. Das heißt wie am Beispiel von neoParadise zu sehen ist, dass es keine Facebookseite mehr gibt die von den Fans besucht werden kann, wir aber auf die Wall der Fans wie gehabt posten können und alle Infos wie gewohnt weitergegeben werden können und das alles kostenfrei.“

Zu den älteren Seiten zählen z. B. die Seiten von „heute.de“ oder auch der „Tagesschau“, die noch für mindestens ein Jahr werbefrei bleiben sollen, so die Angaben von Spiegel Online. Gegenüber der dapd erklärte Gaddum, man suche nach Lösungen und auch das Gespräch mit Facebook.