Medienrecht

NRW erwägt höhere Strafen für Schleichwerbung

Die Landesregierung NRW denkt über höhere Strafen bei Schleichwerbung in Zeitungen nach. Dies erklärte Medienministerin Angelica Schwall-Düren (SPD) gegenüber der „taz“. Es könnte „darüber nachgedacht werden, den Rahmen für Geldbußen bei Verstößen spürbar zu erhöhen, damit ihre Wirkung nicht verpufft“, so die Ministerin in der Wochendausgabe.

Redaktionelle Bereitschaft zu Schleichwerbung

In der letzten Zeit hat die Zahl der sogenannten „Advertorials“ (journalistisch gestaltete Artikel, die von Unternehmen zwecks Produktplatzierung /Imagekampagnen gekauft wurden) zugenommen. Das Pressegesetz sieht vor, das inhaltlich gekaufte Artikel mit dem Wort „Anzeige“ gekennzeichnet werden müssen sofern sie nicht vom Layout her als Anzeige erkennbar sind.

Bereits im April dieses Jahres hatte die „taz“ über diese Praxis der Schleichwerbung berichtet. Rechercheure hatten sich als Mitarbeiter von Werbeagenturen ausgegeben und mit zehn Verlagen Kontakt aufgenommen. „Die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ hatte einen Katalog mit Schleichwerbe-Angeboten vorgelegt. Sie wollte 66.666 Euro dafür, dass sie auf Autoseiten ein Modell über drei Seiten vorstellt“, so die Meldung der „taz“. Da sich die „WAZ“ einsichtig gezeigt hatte und künftig die Regelungen befolgen will, habe die Stadtverwaltung auf ein Bußgeld verzichtet.

Für die Ministerin ist die journalistische Unabhängigkeit das höchste Gut. „Ich glaube nicht, dass es dem Durchschnittsleser egal ist, wenn für – vermeintlich – redaktionelle Texte bezahlt wird“, betonte sie gegenüber der „taz“.

 

Richtlinien-Kampagne

Als Reaktion auf die „taz“-Veröffentlichung plant der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft eine Kampagne zur Erinnerung an eigene Richtlinien. Darin sollen Vorgaben aus dem Pressegesetz konkretisiert und ergänzt werden. Verbandssprecher Volker Nickel sagte gegenüber der „taz“: „Diese Kampagne werden wir künftig alle zwei Jahre wiederholen – insbesondere um den Nachwuchs im Rahmen ihrer Ausbildung zu sensiblisieren.“ Zielgruppe der Kampagne sollen PR-Agenturen und Redaktionen, aber auch Verlagschefs sein.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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