Medienrecht

NDR Rundfunkrat beanstandet Ranking-Manipulationen

Der NDR Rundfunkrat hat die Manipulation bei einigen Listing-Formaten als „nicht hinnehmbar“ beanstandet. 

Grundsätze des Verhaltenskodex verletzt

Der Rundfunkrat sah es dabei als erwiesen, dass die einzelnen Redaktionen die Grundsätze des für den NDR geltenden Verhaltenskodexes verletzt haben, so die Meldung des NDR.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Umsetzung muss transparent sein

Wenn neue Medien mit deren Interaktionsangeboten eingebunden werden, müsse die Umsetzung transparent gemacht werden.

Ansehen aufs Spiel gesetzt

Ute Schildt, Vorsitzende des NDR Rundfunkrates, sagte dazu: „Durch die Eingriffe bei Online-Votings wurde das Ansehen des Senders aufs Spiel gesetzt. Die aktuell im Unternehmen geführte Grundsatzdiskussion über die Einhaltung des NDR Verhaltenskodexes ist das richtige interne Signal. Der Rundfunkrat begrüßt daneben insbesondere den vom Intendanten vorgelegten Maßnahmenkatalog für die künftige Absicherung gegen interne und externe Manipulation von Beteiligungsformaten.“

Künftig Ergebnisse parallel zur Sendung online

Aufgrund der beanstandeten Manipulationen sollen künftig bei Listing-Formaten die Ergebnisse von Online-Votings parallel zur Sendung in absoluten und prozentualen Zahlen auf NDR.de veröffentlicht werden, so die Meldung weiter. Die Abstimmungsergebnisse müssen zudem grundsätzlich eins zu eins in den Sendungen übernommen werden.

Ausnahmen bei erkennbarer Beeinflussung

Allerdings sieht auch der NDR das Problem, dass Votings beeinflusst werden können. Diesbezüglich heißt es im Reglement für den Umgang mit Listing-Formaten: Der NDR kann nicht vollständig ausschließen, dass Dritte versuchen, ein Voting in ihrem Interesse zu beeinflussen. In derartigen oder vergleichbaren Ausnahmefällen können redaktionelle Änderungen veranlasst sein. Auf sie und ihre Begründung muss in der Sendung, online und in den programmbegleitenden Texten hingewiesen werden. Transparenz ist oberstes Gebot.

Repräsentative Umfragen würden weiterhin unantastbar bleiben und dürfen unter keinen Umständen verändert werden.

Listing-Formate noch zeitgemäß?

Generell sei jedoch zu überdenken, ob Listing-Formate noch zeitgemäß seien oder ob neue Formate entwickelt werden müssten.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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