Medienrecht

NDR Rundfunkrat: „Anne Will“-Sendung kein Verstoß gegen Staatsvertrag

 

Nach Ansicht des NDR Rundfunkrats hat die Anne Will Sendung zum Thema „Mein Leben für Allah“ nicht gegen NDR Staatsvertrag verstoßen.

Die Ausgabe der Talksendung „Anne Will“ vom 6. November hatte nach der Ausstrahlung zu zahlreichen Diskussionen geführt. Thema der Sendung war damals: „Mein Leben für Allah – Warum radikalisieren sich immer mehr junge Menschen?“.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Dabei ging es vor allem um den Auftritt von Nora Illi, die sich für den sogenannten Islamischen Zentralrat der Schweiz (IZRS) engagiert. Viele Zuschauer kritisierten in Zuschriften die Teilnahme der Frau mit Gesichtsschleier. In den Beschwerden wurden auch ihre radikalislamischen Aussagen kritisiert.

Kein Verstoß gegen Staatsvertrag

Der NDR Rundfunkrat, der die Sendung „Anne Will“ federführend vom NDR ins Erste einbringt, hat sich nun mit der Sendung befasst. Dabei kam man zu dem Beschluss, dass die Sendung nicht gegen die Grundsätze der Programmgestaltung des NDR Staatsvertrages verstoßen habe.

Beschwerden zurückgewiesen

Der Rundfunkrat hatte die eingegangenen Beschwerden zur Sendung zurückgewiesen, soweit sie einen Verstoß gegen den NDR Staatsvertrag geltend machen.

Gästeauswahl kritisiert

Allerdings hat der Rundfunkrat die Gästeauswahl in der Person von Frau Nora Illi in der Sendung deutlich kritisiert. Den von Frau Illi vertretenen extremen Positionen und auch einer Vollverschleierung hätte in der Gesprächssendung kein Forum gegeben werden müssen, so der NDR Rundfunkrat.

Der Rundfunkrat hat der nachträglichen Bewertung des NDR zugestimmt, dass eine deutlichere Einordnung des Vereins ‚Islamischer Zentralrat Schweiz erforderlich gewesen wäre.

Ursula Thümler, Vorsitzende des NDR Rundfunkrats, begrüßte, dass sich Anne Will selbst für ein Gespräch in der Sitzung zur Verfügung gestellt hat. Die Rundfunkratsvorsitzende wies ferner darauf hin, dass das Thema der Sendung im Zusammenhang mit dem vorausgegangenen „Tatort“ gesehen werden müsse. Die Episode mit dem Titel „Borowski und das verlorene Mädchen“ hatte das Schicksal einer radikalisierten Konvertitin erzählt.

 

Quelle: Pressemitteilung des NDR vom 02.Dezember 2016

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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