Medienrecht

Musik-Streaming: Apple befürwortet Paywall

Der US-Konzern Apple plant in den Musik-Streaming-Markt einzusteigen. In den Verhandlungen mit den Musik-Major-Labels hat sich Apple dabei für eine Paywall ausgesprochen.

Laut einem Bericht des amerikanischen Branchenmagazins recode.net haben sich die Führungskräfte von Apple auf die Seite der Musiklabels gestellt, die nur noch wenig vom Konzept der legalen Streamingdienste begeistert sind.

 © Alexander Tarasov - Fotolia

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Paywall bei BeatsMusic

Apple hat angekündigt, dass man bei dem Relaunch des geplanten eigenen Musik-Streaming-Dienstes BeatsMusic auf eine Paywall setzen wolle. Ein werbefinanziertes Konzept, bei dem man die Musik kostenlos hören könne, schließe man hingegen aus, so der Bericht. Apple hatte im vergangenen Jahr Beats für drei Milliarden Dollar gekauft.

Eddy Cue, der bei Apple für alle Onlinedienste der Firma verantwortlich ist und BeatsMusic-Gründer Jimmy Iovine haben in den Verhandlungen dafür plädiert, dass sich die Musikbranche „hinter eine Paywall stellen“ müsse.

Exklusiver Content?

Apple verhandelt nun mit den großen Musiklabels um die Lizenzen für eine überarbeitete Version von BeatsMusic. Gerüchten zufolge will Apple vor allem internationale Superstars dazu bewegen, ihre Musik exklusiv erst über den Apple-Dienst anzubieten, bevor diese auf anderen Diensten verfügbar ist.

Zugleich plane Apple auch, den Streaming-Dienst günstiger anzubieten. Momentan kostet Spotify ca. 10 Dollar pro Monat, Apple will angeblich künftig 8 Dollar pro Monat verlangen.

Abkehr von kostenlosem Streaming?

In den letzten Monaten hatten immer mehr Manager der großen Plattenlabels ihre Zweifel gegenüber den kostenlosen Streaming-Diensten bekundet. So hat Sony Music im vergangenen November verkündet, dass man seine Unterstützung der kostenlosen Streaming-Dienste überdenken werde. Auch Warner Music und Universal Music äußerten ihre Bedenken.

Der amerikanische Popstar Taylor Swift hat bereits vor einigen Monaten beschlossen, ihre Musik nicht mehr über den kostenlosen Streaming-Dienst anzubieten. Sie hatte damals betont: „Musik ist Kunst, und Kunst ist wichtig und selten. Wichtige, seltene Dinge sind wertvoll. Für wertvolle Dinge sollte bezahlt werden.“

Experten erwarten, dass Apple wohl zur Entwicklerkonferenz WWDC im Juni den neuen Musik-Streaming-Dienst vorstellen wird.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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