Medienrecht

Ministerpräsidenten kippen Jugendkanal von ARD und ZDF

Es sollte das innovative Vorzeigeprojekt von ARD und ZDF werden: der gemeinsame, trimediale Jugendkanal. Die beiden Sender hatten unter hohem Zeitdruck ein gemeinsames Finanz- und Programmkonzept für den jungen Kanal erstellt, doch nun haben die Ministerpräsidenten der Länder dem Projekt eine Absage erteilt.

Auf der Konferenz in Heidelberg haben sich die Ministerpräsidenten der Länder gegen das Projekt entschieden. Allerdings haben ARD und ZDF bis zum Frühjahr Zeit, einen neuen Entwurf vorzulegen, so die Angaben von Spiegel Online.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Mögliche Mehrkosten

Grund für die Absage seien u. a. die möglichen Mehrkosten in Höhe von sieben bis 20 Millionen Euro gewesen, so die Meldung weiter. Dabei hatten ARD und ZDF sich im Vorfeld verpflichtet, dass der Jugendkanal keine zusätzlichen Gelder brauchen würde.

45 Millionen Euro Finanzobergrenze

Das ZDF hätte 15 Millionen Euro beigesteuert, die ARD 30 Millionen Euro, um so die geschätzt benötigten 45 Millionen für den Sender zu erhalten. Die Gelder sollten auch durch die Streichung der kleineren Digitalkanäle ZDF Kultur sowie bei der ARD EinsPlus und EinsFestival kommen, so die Meldung der ARD.

Kritik von Seiten der Privaten

Der geplante Jugendkanal stand vor allem bei der Konkurrenz der Privaten in der Kritik. So betonte der VPRT, dass der geplante crossmediale TV-Jugendkanal nicht zur Marketing-Maschine für ARD-Radioangebote werden dürfe. Privatradios, die nicht über diese Strukturen verfügen, könnten strukturell benachteiligt werden.

 

 

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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