Medienrecht

Medienwächter: RTL-Drogenexperiment nicht jugendgefährdend

Der Drogentest von Jenke von Wilmsdorff vor laufender Kamera war nicht jugendgefährdend. Das haben nun Medienwächter entschieden.

Der Journalist Jenke von Wilmsdorff hat für die RTL-Sendung „Das Jenke-Experiment“ harte Drogen vor der Kamera probiert. Jenke testete unter der stetigen Aufsicht eines Drogenexperten fünf illegale Substanzen. Er probierte u.a., was ein LSD-Trip bewirkt, wie man sich auf Ecstasy verhält und danach was K.O.-Tropfen anrichten können. Des weiteren testete er auch noch Speed und Ritalin.

© Martin Schumann - Fotolia.com

© Martin Schumann – Fotolia.com

RTL: Warnung vor Drogen

RTL betonte, dass die Sendung vor den gefährlichen Auswirkungen von Drogen warnen wolle. 2,44 Millionen Zuschauer schauten zu, wie sich der 50jährige Reporter kontrolliert unter Drogen setzen ließ.

Sendung nicht jugendgefährdend

Nach der Ausstrahlung gab es viele Diskussionen. Einige Stimmen unterstellten dem Sender, Drogen zu verharmlosen. Daraufhin schaute sich die zuständige Niedersächsische Landesmedienanstalt in Hannover die Sendung an. Jetzt kam sie zu dem Ergebnis, dass die Sendung nicht jugendgefährdend sei.

Risiken seien dargestellt worden

Laut Medienberichten betonte eine Sprecherin der Niedersächsischen Landesmedienanstalt, dass in der Sendung Drogen weder verharmlost noch verherrlicht worden seien. Vielmehr seien Risiken und negative Wirkungen des Drogenkonsums ausführlich und eindringlich dargestellt worden. Hätte es einen Anfangsverdacht auf Jugendgefährdung gegeben, wäre ein Prüfverfahren aufgenommen worden.

Aufklärungsarbeit bei RTL

RTL will mit Formaten wie „Das Jenke-Experiment“ oder „Team Wallraff “ journalistische Aufklärungsarbeit leisten. Jedoch geraten die Sendungen auch immer wieder in die Kritik. So hat Anfang des Jahres das Landgericht Hamburg entschieden, dass RTL die Sendung „Team Wallraff“ mit heimlich gefilmten Aufnahmen aus einem Krankenhaus nicht mehr ausstrahlen darf.

Bereits 2014 hatte ein Gericht eine Undercover-Reportage über die Arbeitssituation beim Onlinehändler Zalando beanstandet. RTL filmte damals mit versteckter Kamera bei Zalando. Das Landgericht Hamburg stellte in seinem Urteil vom 25.07.2014 (Az.: 324 O 252/14) fest, dass die Filmaufnahmen unerlaubt waren. Die Arbeitsumstände seien zwar aus arbeitsrechtlichen Gesichtspunkten kritikwürdig, aber nicht so schwerwiegend, dass eine Verletzung des Unternehmerpersönlichkeitsrechts hinzunehmen sei, so die Richter damals. Daher müsse die Meinungsfreiheit von RTL gegenüber dem Unternehmerpersönlichkeitsrecht von Zalando zurücktreten. (COH)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben | Trackback URL

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×