Medienrecht

Medienwächter beanstanden Verstöße gegen Gewinnspielsatzung

Die Sender „Sport 1“ und „Astro TV“ haben mehrfach gegen die Gewinnspielsatzung verstoßen, so die Entscheidung der Kommission für Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten (ZAK).

So sei auf „Sport 1“ bei einer Live-Übertragung eines Hallenfußballturniers am 2. Januar 2016 ein Einzel-Gewinnspiel durchgeführt worden, bei dem es keine deutlich lesbaren schriftlichen oder mündlichen Hinweise zu den Teilnahmebedingungen gab.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Zeitdruck vorgespiegelt

Außerdem beanstandete die ZAK mehrere Aussagen in der Sendung „Sportquiz“ – einem Telefonquiz, bei dem derjenige Anrufer gewinnt, der in das Studio durchgestellt wird – vom 5. September 2015. Die Aussagen seien geeignet gewesen, die Zuschauer über das Verfahren zur Auswahl der Gewinner zu täuschen. Zudem sei in der Sendung Zeitdruck vorgespiegelt worden. Der immer wieder der vermeintlich nahende Durchstellungszeitpunkt wurde immer wieder angekündigt und unzulässigerweise ein Countdown verwendet, so die Meldung der ZAK weiter.

Fehlerhaftes Quiz

In drei weiteren Ausgaben des „Sportquiz“ wurde die Stadt Mylau als Bestandteil der Lösung eines Gewinnspiels genannt wurde. Die Stadt Mylau war im Dezember 2015 mit der Stadt Reichenbach im Vogtland zur Stadt Reichenbach im Vogtland vereinigt und so zum Sendezeitpunkt keine deutsche Stadt im Rechtssinn mehr, so die Beanstandung der ZAK.

Astro TV

Auch gegen den Sender Astro TV haben die Medienwächter Beanstandungen ausgesprochen. So wurde in den Sendungen „AstroTV Live“ und „Antonias Sterne“ von Anfang März 2015 mehrfach gegen unterschiedliche Gewinnspiel-Regelungen verstoßen worden. Es haben Hinweise auf den Ausschluss Minderjähriger und auf den Zeitrahmen, in dem ein Anrufer ausgewählt werden soll, gefehlt. Auch Hinweise auf das Textlaufband, das die vorgeschriebenen Informationspflichten während des Spielverlaufs erfüllt, sowie die Mobilfunkkosten seien nur sporadisch erfolgt, so die ZAK.

Gegen die Sender sprach die ZAK jeweils Beanstandungen aus, um sie zur Beachtung der Gewinnspiel-Regelungen anzuhalten.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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