Medienrecht

Medientreffpunkt: Depublikation bei ARD und ZDF funktioniert

Die öffentlich-rechtlichen Sender sind laut Rundfunkstaatsvertrag dazu verpflichtet, Audio- und Videobeiträge nach sieben Tage von ihrer Internetseite zu löschen. Diese Regelung trat vor drei Jahren in Kraft. Auf dem Medientreffpunkt Mitteldeutschland haben nun Experten über die Depublikation bei ARD und ZDF diskutiert.

Gabriele Schade, erste Stellvertreterin des MDR-Rundfunkrat und Professorin für Medieninformatik und Software-Engineering an der Fachhochschule Erfurt, sagte dazu: „Der MDR-Rundfunkrat konnte anhand der Online-Inhalte des KiKA als erster den so genannten Drei-Stufen-Test durchziehen.“ Man habe ein Verweildauerkonzept für Online-Inhalte geschaffen und Inhalte depubliziert, so Schade laut einer Meldung des Medientreffpunkts Mitteldeutschland. Der Telemedienausschuss überprüfe die Vorgaben alle sechs Monate.

Frank Giersberg, Leiter Marktentwicklung beim Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT), plädierte jedoch für strengere Kontrollen: „Wir sind Hauptbetroffene des öffentlich-rechtlichen Programms, das mit 8,5 Milliarden Euro pro Jahr finanziert wird.“ Generell sei zu prüfen, ob die Verweildauer von Unterhaltungssendungen verkürzt werden solle, so Giersberg.

Peter Weber, Justitiar beim ZDF, verwies darauf, dass das ZDF bereits 85% der Inhalte depubliziert habe. „Das hat verhindert, dass Enzyklopädien aufgebaut werden, die in Konkurrenz zu Privaten treten.“ Weiter sagte Weber: „Auch wenn es ein steiniger Weg war, sind die Gremien ihrer Rolle gerecht geworden.“ Und nach Ansicht Webers habe sich diese Mühe gelohnt: „Das Ergebnis bedeutet für alle ein Stück Rechtssicherheit.“

Professor Jens Ole Schröder, Juristischer Direktor des MDR, bemängelte die zeitliche Vorgabe der Verweildauer. „Der Nutzer will wann und wo er will Inhalte beliebig von Geräten abrufen können“, so Schröder. Es sei nun an den Rundfunkanstalten selbst, eine Evaluierung der starren Zeitvorgaben durchzuführen. “Wir können jetzt die Verantwortung den Inhalte-Machern überlassen”, so Schröder laut der Meldung des Medientreffpunkts Mitteldeutschland.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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