Medienrecht

Medienaufsicht beanstandet Werbeverstöße

Die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) hat in ihrer letzten Sitzung über Programm- und Werbeverstöße entschieden.

Die Kommission stellte einen Verstoß gegen die Aufzeichnungspflicht bei Family.TV (ITV Media Group) fest. Bereits Anfang des Jahres hatte die zuständige Landesmedienanstalt nach einer Programmbeschwerde den Sender um einen Sendemitschnitt gebeten. Es seien jedoch keine bzw. falsche Aufzeichnungen zur Verfügung gestellt worden, so die Meldung der ZAK.

© Martin Schumann - Fotolia.com

ZAK beanstandet Werbeverstöße © Martin Schumann – Fotolia.com

Programmverstoß bei Sport1

Ebenfalls beanstandete die ZAK einen Programmverstoß bei Sport1. In der Sendung „Sportquiz“ vom 20. Februar 2016 wurden wiederholt irreführenden Aussagen zum Schwierigkeitsgrad der gesuchten Lösungsbegriffe gemacht. Nach Ansicht der Medienwächter habe die falsche Vorspiegelung einer leichten Lösbarkeit die Zuschauer zum Mitspielen und damit zum kostenpflichtigen Anruf verleitet.

Verstoß gegen faire Gewinnspiele

Einen weiteren Gewinnspielverstoß habe man beim „Sportquiz“ vom 31.12.2015 festgestellt. Die Zuschauer wurden aufgerufen, in einem Buchstabengitter sechs deutsche Städte zu finden. Entgegen der Gewinnspielsatzung war jedoch während der Sendung der Lösungszettel ausgetauscht worden. Eine nachträgliche Veränderung der Lösung von Gewinnspielen ist ein Verstoß gegen den Grundsatz fairer Gewinnspiele. Dies widerspreche den Teilnehmerinteressen, so die Meldung weiter.

Werbeverstöße

Auch im Bereich Werbung stellte die ZAK Verstöße fest. So habe das Hörfunkprogramm Sport1.fm am 22. und 23. August 2015 in den Halbzeitpausen der Übertragung von Bundesligaspielen gegen den Grundsatz der Trennung von Programm und Werbung verstoßen worden. Der Moderator hatte in den Spielpausen ausführlich über den Snack „Käxxi“ berichtet. Dies sei ganz ohne Werbehinweis oder nach einem für den Zuschauer kaum wahrnehmbaren akustischen Signal geschehen, so die Meldung weiter.

Kein Trennungsgebot bei Newtopia

Ebenfalls einen Verstoß gegen das Trennungsverbot von Werbung und Programm habe man bei der Sat.1 Sendung Newtopia festgestellt. Die ZAK wertete fünf Werbetrenner, die bereits am 25., März, sowie 3., 7. 9. und 13. April 2015 nach dem Programmhinweis auf die Sat.1-Sendung „Newtopia“ bzw. während der Sendung „Newtopia“ liefen, als Verstoß gegen das Trennungsgebot. Dies sei aufgrund eines kontrastarmen, sehr kurz eingeblendeten Werbelogos und der Dominanz von „Newtopia“-Bildelementen nicht ausreichend gegeben gewesen.

Ungekennzeichnete Werbung bei WeltN24

Zudem habe WeltN24 am 16. Februar 2016 wegen ungekennzeichneter Werbung gegen den Rundfunkstaatsvertrag verstoßen. Ein Werbespot für das Printprodukt „Welt der Wunder“ in der Sendung „Welt der Wunder“ war nicht als Werbung gekennzeichnet worden, so die Meldung weiter.

Gegen die Sender sprach die ZAK jeweils Beanstandungen aus oder verhängte Bußgelder, um sie zur Beachtung der Vorschriften anzuhalten. (COH)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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