Medienrecht

Medienanstalt fordert Kennzeichnungspflicht von Scripted-Reality-Formaten

Um Scripted-Reality-Formate künftig schnell und eindeutig erkennbar zu machen, fordert die Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein (MA HSH) eine klare Kennzeichnungspflicht. 

Scripted-Reality-Formate sind auf den hiesigen Fernsehbildschirmen sehr präsent. Vor allem tagsüber und am frühen Abend haben die Sendungen mit der redaktionell erarbeiteten „Realität“ Hochkonjuktur. Doch nicht immer ist es eindeutig ersichtlich, ob es sich um fiktive Aufnahmen handelt oder nicht. Der Medienrat der Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein hat deshalb nun eine eindeutige Kennzeichnungspraxis von Scripted-Reality-Formaten gefordert.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Bislang keine gesetzliche Grundlage

Da es keine gesetzliche Grundlage bislang gibt, ist die Kennzeichung dieser Formate momentan sehr unterschiedlich. Die meisten Sender blenden zu Beginn oder beim Abspann lediglich einen kurzen Hinweis ein, dass die „handelnden Personen frei erfunden“ sind.

Der Medienrat der MA HSH fordert daher, künftig eine deutlich wahrnehmbare Kennzeichnung der Formate im Vor- und Nachspann der Sendung vorzunehmen.

Regelung im JMStV aufnehmen

Sollten die Veranstalter dieser Aufforderung nicht auf freiwilliger Basis nachkommen, solle der Gesetzgeber gebeten werden, eine entsprechende Regelung zum Beispiel in § 10 Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) aufzunehmen, so die Meldung der MA HSH.

„Besonders Kindern und Jugendlichen fällt es oft schwer, fiktive von realen Elementen zu unterscheiden. Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass es in der Folge zu langfristigen Veränderungen in Hinblick auf Einstellungen, Weltbilder und Normalitätsvorstellungen bis hin zur Übernahme von Deutungsmustern und Vorurteilen kommen kann“, so Lothar Hay, Vorsitzender des Medienrats der MA HSH. Eine klare Kennzeichnung solle solchen Entwicklungen entgegenwirken und es Kindern und Jugendliche erleichtern, Sendungen angemessen zu bewerten und einzuordnen, so die Meldung weiter.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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