Medienrecht

Live-Streaming-Apps: Medienanstalten fordern Kontrolle

Mit Smartphone-Apps wie Periscope kann jeder Live-Videostreams erstellen. Was jedoch über die Bildschirme flimmert kann nicht kontrolliert werden, da die Rechtsgrundlagen fehlen. Die Medienanstalten haben daher nun neue Kontrollmöglichkeiten gefordert.

Mit einem Klick ist die App aufs Handy geladen und schon kann jeder Smartphonebesitzer sein eigenes Programm als Live-Streaming ins Internet schicken. Theoretisch könnte er sogar so viele Zuschauer wie reguläre TV-Programme erreichen. Jedoch werden die Programme von den Medienanstalten weder kontrolliert, noch sind sie lizenziert.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Gesetze nicht auf Live-Streaming ausgerichtet

Der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, Jürgen Brautmeier, betonte jetzt in einem Interview auf sueddeutsche.de: „Wir brauchen neue Regeln, um besser mit den neuen Entwicklungen umgehen zu können.“ Generell müsste alles geprüft werden, was dem traditionellen Rundfunk ähnlich sehe, da die momentanen Gesetze nicht auf Optionen wie Live-Streams ausgerichtet und somit völlig veraltet seien, so Brautmeier weiter.

You-Tube kein Rundfunk

Zwar gelten Live-Streams schon als Rundfunk, jedoch nur, wenn sie einem regelmäßigen Programmschema folgen. You-Tube-Channel hingegen fallen nicht darunter, da sie nur auf Abruf und somit vom Publikum nicht gleichzeitig gesehen werden.

Brautmeier betonte gegenüber süddeutsche.de, dass die Live-Streams zwar noch weit von redaktionellen, journalistischen Programm entfernt seien, man dennoch in Hinblick auf Jugendschutz oder Werbung prüfen müsse. Auch das Thema Urheberrecht sei bei den Live-Streaming-Apps nicht geklärt.

„Keine Vorabkontrolle sondern Missbrauchsaufsicht“

Natürlich sei es schwierig im Internetzeitalter eine vollständige Kontrolle umzusetzen. Man brauche daher „keine Vorabkontrolle, sondern eine Missbrauchsaufsicht“, so Brautmeier weiter. Solange es keinen gesetzlichen Rahmen gebe, setze man daher auf Selbstverpflichtungen der Branche. (COH)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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