Medienrecht

LG Hamburg verbietet Odenwaldschule-Film der ARD

Der ARD-Film „Die Auserwählten“ sorgte bereits im Vorfeld für viele Diskussionen. Jetzt hat das LG Hamburg den Film verboten.
Der Spielfilm „Die Auserwählten“, der vom Missbrauch-Skandal an der Odenwaldschule handelte, lief am 1. Oktober im Ersten. Ein ehemaliger Schüler, der sich in den Film wiedererkannte, hatte dagegen geklagt. Das LG Hamburg gab nun der Klage statt.

Persönlichkeitsrechte verletzt

Der Film habe die Persönlichkeitsrechte des Klägers verletzt. Der Antragsteller sei in einer der Filmfiguren wieder zu erkennen und werde vom Zuschauer nicht mehr als Kunstfigur wahrgenommen, so die Richter laut Angaben des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Der Film darf somit erstmal nicht mehr gezeigt werden.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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EV zu Unrecht ergangen

„Der Spiegel“ hatte zuvor über eine Einstweilige Verfügung berichtet. „Die Verfügung ist zu unrecht ergangen“, sagte ein WDR-Sprecher laut des NDR-Medienmagazins Zapp. Sowohl der WDR als auch der Produzent werden gegen diese Verfügung Rechtsmittel einlegen. Es habe keine mündliche Verhandlung gegeben, die vom Gericht festgestellte Übereinstimmung gebe es in Wahrheit nicht, so die Meldung weiter.

Exemplarisch erzählen

Produzent Hans-Hinrich Koch sagte bereits im Oktober gegenüber dem Medienmagazin Zapp: „Wir wollten keine Einzelbiografie verfilmen. Wir wollten einen Film machen, der exemplarisch erzählt, der das Missbrauchssystem als solches darstellt.“

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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