Medienrecht

KJM: Zwei Verstöße gegen Jugendschutz bei „Galileo“

Im vierten Quartal 2011 hat die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) insgesamt 19 Verstöße gegen die Bestimmungen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV) festgestellt. Dabei kommen neun aus dem Rundfunkbereich, die restlichen zehn aus dem Telemedienbereich, so die Meldung der KJM.

Allein bei ProSieben habe man in drei Fälle eine Entwicklungsbeeinträchtigung für unter 12jährige festgestellt, so die KJM. Zweimal steht dabei die Sendung „Galileo“ in der Kritik.

Die im Tagesprogramm ausgestrahlte Reportage „Galileo Spezial – Vampire unter uns?“ habe viele an das Horrorgenre angelegte Bilder gezeigt, die Kinder unter 12 Jahren nachhaltig verunsichern und verängstigten können, so die KJM.

Auch die Sendung „Galileo Big Pictures“, die ebenfalls im Tagesprogramm von ProSieben lief, enthielt nach Ansicht der KJM entwicklungsbeeinträchtigende Momente. Anlässlich der Oscar-Verleihung 2011 wurden „die 50 spektakulärsten“ Bilder aus berühmten Filmen gezeigt. Darunter befand sich auch ein Ausschnitt aus dem Horrorfilm „Der Exorzist“ (FSK 16). Nach Ansicht der KJM schaffe der Rahmen der Sendung keine hinreichende Distanz, womit eine Beeinträchtigung jüngerer Zuschauer möglich sei, so die Meldung weiter.

Zudem wurde einer Folge der Mystery-Serie „Primeval – Die Rückkehr der Urzeitmonster“, welche auch im Tagesprogramm von Pro Sieben ausgestrahlt wurde, ein hohes Bedrohungsszenario für unter 12-Jährigen attestiert. Die Drastik der Szenen um die bedrohlichen Angriffe eines Urzeitmonsters sowie deren ängstigendes Wirkungspotenzial könne Kindern unter 12 Jahren nicht zugemutet werden, so die KJM.

Einen weiteren Verstoß gegen die Bestimmungen des JMStV sah die KJM bei den Sendern RTL, Sat 1, Pro Sieben und Kabel 1 aufgrund der Programmierung eines Werbespots für eine neue Achterbahn im Heide Park im Tagesprogramm. Der Spot für „Die Krake“, in dem ein junger Mann mit angstverzerrtem Gesicht neben anderen Personen mit Monsterfratzen in der Achterbahn sitzt, erinnere in seiner Machart an Horror- oder Splatterfilme. Aufgrund der Bilder und des schnellen Schnitttempos habe dieser Spot eine beeinträchtigende Wirkung auf Kinder unter 12 Jahren, so die Meldung der KJM.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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