Medienrecht

Kinderspielportale: vzbv leitete 29 Unterlassungsverfahren ein

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat insgesamt 52 Kinderspielseite im Internet untersucht. Ergebnis: Auf jeder zweiten Seite gab es Probleme mit der Werbung. Zudem werden bei Gewinnspielen oft zu viele Daten von Kindern abgefragt.

Werbung nicht klar erkennbar

Bei der Prüfung der Kinderspielseiten musste der vzbv feststellen, dass in den meisten Fällen redaktionelle Inhalte und Werbung nicht hinreichend voneinander getrennt waren. Besonders kritisch beurteilte der vzbv Werbeformen, die Kinder spielerisch über interaktive Animationen oder ein Quiz zu Vertragsangeboten führen oder die unerwartet als Videosequenzen vor Spielbeginn eingeblendet werden. Oftmals sei für viele Kinder die Werbung nicht als solche erkennbar.

„Es ist schon erschreckend, wie hemmungslos manche Anbieter die Unerfahrenheit von Kindern für Geschäfte ausnutzen“, sagte vzbv-Vorstand Gerd Billen laut der Meldung der Verbraucherschützer.

29 Unterlassungsverfahren eingeleitet

Insgesamt habe man 29 Unterlassungsverfahren eingeleitet, davon seien bereits 17 Verfahren durch außergerichtliche Unterlassungserklärung erledigt worden, da die Betreiber ihre Seiten entsprechend geändert hätten, so die Meldung weiter. In acht Fällen habe man Klage erhoben, so die Angaben des vzbv. Inzwischen liegen sieben Urteile vor, von denen ein Urteil rechtskräftig sei.

Zudem habe der vzbv exemplarisch zwei Gerichtsverfahren eingeleitet, um klären zu lassen, inwiefern Kinder für die Teilnahme an einem Gewinnspiel zur Angabe von Alter und Adresse verpflichtet werden können, so die Meldung weiter.

In diesem Fall wäre es sinnvoll, die EU-Datenschutzgrundverordnung zu verabschieden. Demnach dürften personenbezogene Daten von Kindern unter 13 Jahren nur mit Einwilligung der Eltern erhoben werden, so die Meldung weiter.

„Unternehmer sollten bei Ihren Webseiten immer das besondere Schutzbedürfnis der Kinder im Blick haben und ihre Fürsorge- und Kontrollpflichten erfüllen“, sagt vzbv-Vorstand Billen. „Jegliche Werbung gegenüber Kindern muss mit Augenmaß erfolgen.“ Vor allem jüngere Kinder müssten den Umgang mit ihren eigenen Daten und den Schutz ihrer Privatsphäre erst erlernen, so die Meldung weiter.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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