Medienrecht

Internet-Boom – Medienbranche verdient erstmals mehr Geld digital als analog

Musikstreaming und Video-on-Demand boomt! Dies untermauert eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft PwC. Danach hat die Medienindustrie weltweit erstmals mehr Geld digital als analog umgesetzt. Die klassischen Medien scheinen endgültig den Anschluss zu verlieren.  

Musik-Streaming und Video-on-Demand – Fotolia.de © daviles

Im Jahr 2007 stieg Netflix ins Video-on-Demand-Geschäft ein und machte die Inhalte per Streaming für Abonnenten zugänglich. Im April 2017 zählte Netflix weltweit über 100 Millionen Abonnenten. Solch einen rasanten Anstieg verzeichnen etliche Anbieter auf dem Markt. Die gesamte  Medienindustrie setzte im vergangenen Jahr zahlreiche historische Meilensteine. Das geht aus dem „Global Entertainment and Media Outlook“ hervor, für den die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) Branchendaten aus 54 Ländern analysiert hat.

Streaming, Downloads und Mobile Music überholen CD- und Plattenverkauf

So nahm die Musikbranche im vergangenen Jahr erstmals mehr Geld durch Streaming, Downloads und Mobile Music ein (10,7 Milliarden Dollar), als durch den Verkauf physischer Tonträger (8,5 Milliarden Dollar). Und dabei konnte ein weiterer Trend beobachtet  werden: Die Streaming-Umsätze waren zum ersten Mal höher als die mit Downloads. Für dieses Jahr gehen die PwC-Analysten von einer identischen Entwicklung bei Videos aus: Video-on-Demand-Anbieter wie Netflix oder Amazon Prime dürften höhere Umsätze erwirtschaften, als die Videoindustrie durch den Verkauf von DVDs und Blue-rays einnimmt.

Tendenz war absehbar – Digitale Kundenbindung elementar

Begutachtet man die Studie, so belegen die Zahlen eine Tendenz, die auch wir von der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE bereits prognostiziert haben. Die klassischen Medien verlieren gegenüber dem Internet weiter massiv an Boden. So verwundert es nicht, dass mit Online-Anzeigen inzwischen mehr Geld umgesetzt wird als mit klassischer TV-Werbung. Ein für uns vorhersehbare Zäsur, welche jedoch einen massiven Einschnitt für die gesamte Branche bedeutet. Klassische Medienunternehmen müssen die Zeichen der Zeit erkennen. Sofern Anbieter nicht künftig ihr Angebot digitalisieren, werden sie auf der Strecke bleiben. Hier steht besonders das Thema Kundenbindung im Fokus. Nur wer es schafft, seine Kunden auch digital zu binden, wird dauerhaft erfolgreich sein.

Die Ergebnisse der PwC-Studie zeigen auf beeindruckende Weise klar und deutlich, dass in den kommenden Jahren nicht nur einzelne Geschäftsmodelle, sondern die Medienindustrie als Ganzes unter Druck geraten wird. So dürfte die Branche bis 2021 nur noch mit jährlich 4,2 Prozent wachsen – und damit weniger stark als die Weltwirtschaft insgesamt. Die Vorhersage für Deutschland fällt dabei besonders mau aus. So rechnen die PwC-Analysten für die hiesige Medienbranche nur noch mit jährlichen Zuwachsraten von 1,8 Prozent. Am heftigsten dürfte es mit Rückgängen von minus 0,7 bis minus 1,8 Prozent die Zeitungs-, Zeitschriften und Buchverlage erwischen. Doch auch im Onlinegeschäft werden die Wachstumsraten bescheidener. So dürfte der digitale Werbemarkt hierzulande nur noch um knapp sechs Prozent jährlich zulegen.

Geringere Wachstumschancen bei Werbung

Auch global müssen die Wachstumschancen im Werbegeschäft zunehmend skeptisch betrachtet werden. Fakt ist: Der stabil wachsende Markt täuscht nicht darüber hinweg, dass an zahlreichen Stellen Handlungsbedarf für die Branche besteht. Einerseits bevorzugen immer mehr Nutzer werbefreie Angebote. So lag der Anteil der Nutzer von Werbeblockern wie AdBlock Plus in Ländern der Europäischen Union im Jahr 2016 bei durchschnittlich rund 30% – Tendenz steigend. Ein weiterer Faktor ist, dass Unternehmen zunehmend den Erfolg ihrer Werbekampagnen messbar machen wollen. Für klassische Medien seit jeher ein Problemfeld. Daher kristallisiert sich heraus, dass ein deutlicher Wachstum künftig  nur noch im Digitalbereich möglich sein wird.

Regional gesehen dürften Schwellenländer wie Indien (10,6 Prozent), Indonesien (9,6 Prozent) oder China (8,3 Prozent) in den nächsten Jahren die höchsten Wachstumsraten verzeichnen. Schaut man auf die einzelnen Teilbranchen der Medienindustrie, so trauen Analysten nur noch den vergleichsweise jungen Märkten wie Virtual Reality (77,0 Prozent) oder E-Sports (21,7 Prozent) höhere zweistellige Zuwachsraten zu. Dahinter folgen Internetvideos (11,6 Prozent), Internetwerbung (9,8 Prozent) und Videospiele (8,2 Prozent).

Sie haben Fragen oder möchten wissen, was wir für Sie tun können? Wir helfen Ihnen gerne

Die Studie zeigt: Kein Rechtsgebiet unterliegt einem solchen rasanten und stetigen Wandel, wie der Bereich des Medienrechts. Klassische Gebiete des Medienrechts, wie Presse- und Verlagsrecht, Rundfunkrecht (Radio und Fernsehen), Musik- und Filmrecht, werden durch die technischen Weiterentwicklungen vor stets neue Fragen und Herausforderungen gestellt. Insbesondere das Recht der neuen Medien verändert die gesetzten Parameter und verlangt von seinen Akteuren eine hohe Dynamik und Flexibilität.

Die Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE, mit ihrem Hauptsitz in Deutschlands Medienhauptstadt Köln, ist seit fast 30 Jahren im Bereich Medien- und Urheberrecht tätig. Rechtsanwältin Rafaela Wilde und ihr Team sind in dieser Zeit nicht nur mit den rasanten Entwicklungen gewachsen, sondern haben diese nicht zuletzt mit aufgebaut und vorangetrieben.

Wir agieren bundesweit an allen wichtigen Medienstandorten und in allen Sparten der Entertainment und Unterhaltungsindustrie. Neben unseren langjährigen detaillierten Fach- und Praxiskenntnisse, verfügen wir über ein weit verzweigtes Netz an relevanten Kontakten – sowohl in der Industrie als auch der Medienpolitik. Dies bringen wir gerne für unsere Mandanten ein.

tsp

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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