Medienrecht

Gutachten: ARD/ZDF-Jugendangebot schadet Konkurrenz kaum

Der gemeinsame Jugendkanal von ARD und ZDF sorgt schon vor Start für viele Diskussionen. Vor allem die Konkurrenz befürchtet u. a. Wettbwerbsverzerrung. Doch laut einer Studie hat der gemeinsame Sender kaum Auswirkungen auf die Konkurrenz.

2016 soll der gemeinsame Jugendkanal von ARD und ZDF an den Start gehen. Ursprünglich als trimediales Angebot geplant wird das Jugendangebot jedoch nun nur im Internet zu sehen sein. Doch bevor es losgeht, haben ARD und ZDF ein Gutachten in Auftrag gegeben. Damit soll geklärt werden, ob oder welche Auswirkungen das Angebot für private Wettbewerber haben könnte.

Hier finden Sie Informationen zum Jugendmedienschutz

Bildnachweis: 2 girls and a boy at the laptop | Ingo Bartussek | Fotolia

Jugendangebot: Reichweitenvolumen von 7,75 Prozent

Nach den Zahlen der Marktanalysen und Nutzerbefragungen erwartet man für das Junge Angebot in der Zielgruppe der 14-29jährigen ein potenzielles Reichweitenvolumen von 5,89 Prozent am Gesamtmarkt von anderen Angeboten und weitere 1,86 Prozent durch Zuwanderung aus sonstigen Online-Angeboten wie YouTube und Facebook.

Knapp die Hälfte von öffentlich-rechtlichen Angeboten

Von den knapp 7,75 Prozent an Reichweite werde aber rund die Hälfte von öffentlich-rechtlichen Online-Angeboten stammen, so die Erwartungen. Denn 2,18 Prozent sollen demnach von den öffentlich-rechtlichen TV-Webangeboten kommen sowie weitere 0,71 Prozent von den Webangeboten des öffentlich-rechtlichen Hörfunks.

Nutzungsverschiebung Private

Bei den privaten Anbietern liege die zu erwartende Nutzungsverschiebung bei den Webangeboten der privaten TV-Sender bei 0,87 Prozent, bei den privaten Hörfunkanbietern bei 0,56 Prozent Nutzer, so das Gutachten. Die Web-Only-Angebote seien jedoch mit 1,13 Prozent deutlich stärker von der Konkurrenz des Jungen Angebotes betroffen, heißt es im Gutachten weiter.

3 Prozent von kommerziellen Anbietern

Insgesamt werden also 2,89 Prozent aus der Zielgruppe 14-29 Jahre aus anderen öffentlich-rechtlichen Online-Angeboten stammen, mit 3,00 Prozent werden die kommerziellen Angebote Nutzer in derselben Zielgruppe in etwas höherem Umfang an das Junge Angebot verlieren. Dies seien jedoch nur geringe Auswirkungen, so das Fazit der Studie.

Keine relevanten Nachteile für privaten kommerziellen Wettbewerb

„Auch bei den ermittelten theoretischen Werbeumsätzen des Jungen Angebotes auf Basis der prognostizierten Reichweiten, die im Jahr 2017 einem theoretischen maximalen Werbemarkt-Äquivalenzpotenzial von rund 28,2 Mio. Euro entsprechen würden, werden keine relevanten wettbewerbsökonomischen Nachteile für den privaten kommerziellen Wettbewerb entstehen“, heißt es in der Studie weiter. (COH)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben | Trackback URL

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×