Medienrecht

Gefälschte Pressemeldung: NDR will Strafanzeige stellen

Wegen einer gefälschten Pressemeldung hat der NDR angekündigt, Strafanzeige stellen zu wollen.

In der letzten Woche war eine gefälschte Pressemeldung aufgetaucht, laut der der Fernsehdirektor und ehemalige Kika-Programmgeschäftsführer Frank Beckmann aufgrund staatsanwaltlicher Ermittlungen im Zuge der Kika-Affäre beurlaubt worden sei. Die gefälschte Meldung habe den offiziellen NDR-Emailabsender enthalten.

Einen Tag zuvor hatte der NDR eine Meldung verschickt, in der es hieß, dass laut Recherchen des NDR Medienmagazins ZAPP der ehemalige Kika-Programmgeschäftsführer und derzeitige NDR Fernsehdirektor Frank Beckmann zu den vier Beschuldigten in dem neuen Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Erfurt gehöre. Die gefälschte Meldung baute auf dieser Meldung auf. Ein NDR-Sprecher sagte, man gehe davon aus, dass jemand dem NDR und Beckmann bewusst habe schaden wolle. Man prüfe rechtliche Schritte, einschließlich einer Strafanzeige.

Beckmann: „Ich bin mir keiner Schuld bewusst“

In der originalen Pressemeldung des NDR sagte Beckmann zu den Vorwürfen: „Von einem Ermittlungsverfahren gegen mich hatte ich bislang keine Kenntnis und kenne die Vorwürfe nicht. Ich bin mir keiner Schuld bewusst. Ich werde die Behörden bei der Aufklärung des Sachverhalts nach Kräften unterstützen.“

NDR Justitiar Dr. Werner Hahn ergänzte: „Die Staatsanwaltschaft Erfurt hat uns heute auf Anfrage die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens bestätigt. Wir werden Herrn Beckmann zu den gegen ihn in seiner früheren Eigenschaft als Programmgeschäftsführer des Kinderkanals erhobenen Vorwürfen anhören, sobald wir über diese nähere Kenntnis erhalten. Daher werden wir noch heute einen Antrag auf Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft stellen. Wie bei allen von staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen betroffenen Menschen gilt auch für Herrn Beckmann bis zum Abschluss des weiteren Verfahrens die Unschuldsvermutung.“

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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