Medienrecht

Filmverbände warnen vor vorauseilenden Rückführung von Gebührenüberschüssen

Der Verband Deutscher Filmproduzenten, der film & fernseh produzentenverband nrw e.V. und der VFFVmedia e.V. haben vor einer vorauseilenden Rückführung von Gebührenüberschüssen gewarnt.

Mit ihrer gemeinsamen Erklärung wollen die Verbände gegen die unsachliche Diskussion über das Gebührenaufkommen und die Reformierung der Sendeanstalten angehen.

© Martin Schumann - Fotolia.com

© Martin Schumann – Fotolia.com

Deutsches Fernsehen international anerkannt

Zwar gebe es einige Fehlentwicklungen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern, die man immer wieder angemahnt habe, wie z.B. mangelnde Transparenz bei der Auftragsvergabe, Marktverzerrung durch immer mehr Sendertöchter und daraus resultierend eine Existenzbedrohung für unabhängige Filmschaffende und mangelnde Vielfalt, aber man dürfe nicht übersehen, dass das Deutsche Fernsehen immer noch als eines der besten Fernseh- Vollprogramme in der Welt anerkannt sei, so die Meldung weiter. Die öffentlich-rechtlichen Sender seien vor allem für die Filmbranche unverzichtbar, da die Privatsender fiktionale Eigenproduktion bereits auf ein Minimum zurückgefahren hätten.

Auftragsvergabe offengelegt

Und die ARD habe sich in der vergangenen Zeit bereits handlungsbereit gezeigt: zahlreiche Gespräche und Verhandlungen der Unabhängigen Produzenten- und anderer Branchenvertreter hätten Veränderungen herbeigeführt: So habe die ARD begonnen, ihren Programmbedarf und die Auftragsvergabe offenzulegen und eine Verschlankung der Verwaltungsstrukturen angekündigt, so die Meldung weiter.

Weniger Bedarf bei der KEF gemeldet als benötigt

In den letzten zehn Jahren seien die steigenden Lohn- und Erstellungskosten weitgehend auf die Produzenten fiktionaler Programme und in Folge auf die Fernsehkreativen abgewälzt worden. Für 2013 bis 2016 hätten die Sendanstalten aufgrund des großen öffentlichen Drucks bei der KEF weniger Bedarf angemeldet, als sie zur Deckung der realen Herstellungskosten von Filmen und Serien benötigen würden, so die Meldung weiter. Eine vorauseilende Rückerstattung von möglichen Beitragsüberschüssen würde die Situation deshalb zusätzlich verschärfen, so die Befürchtung der Verbände.

Beitragssenkung sei lediglich symbolische Entlastung

Da eine Beitragssenkung von 73 Cent für den Zuschauer nur eine symbolische Entlastung sei, sollten die Gebührenüberschüsse senderverpflichtend in neue Filme und Serien fließen, bis die angekündigten Restrukturierungsmaßnahmen greifen. So könne man die Programmvielfalt und die existentiellen Probleme der Branche und ihrer Kreativen deutlich verbessern und wichtige Arbeitsplätze sichern, so die gemeinsame Meldung der Verbände weiter.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.