Medienrecht

FFA-Präsident fordert Erhöhung von DFFF

Der Präsident der FFA, Bernd Neumann, hat sich für eine Erhöhung des Deutschen Filmförderfonds (DFFF) ausgesprochen. Eine Senkung zu wäre ein“fatales Signal“.

Der ehemalige Kulturstaatsminister Neumann sprach sich auf der Filmkunstmesse Leipzig für eine Stärkung der Film- und Kinoförderung aus.

Filmförderung - Case Study - Urheber Stefan YangDFFF: Schwierige Situation

Vor allem die Situation des DFFF betrachte er mit Sorge. Die eigentliche Intention, Deutschland als Filmstandort international wettbewerbsfähig zu gestalten, werde immer mehr aus den Augen verloren, so Neumann laut einer Meldung des Branchenmagazins Blickpunkt Film.

„Kinofilm Bestandteil der Kultur“

Bernd Neumann betonte, dass „der Kinofilm ein unersetzbarer Bestandteil unserer Kultur und damit auch unserer eigenen Identität ist“ und wies hierbei den Programmkinos eine besondere Rolle zu. „Sie sind mit ihrem vielfältigen, künstlerischen anspruchsvollen Filmangebot nicht nur einzigartig in Europa, sondern sie erfüllen auch einen gesellschaftlich – kulturellen Auftrag.“

DFFF 2015 überbucht

Anlass zur Sorge jedoch gebe die Tatsache, dass das Budget des DFFF für 2015 bereits ausgeschöpft und sogar schon mit 17 Mio, überbucht sei. Diese vorgezogene Vergabe werde jedoch den Fördertopf von 2016 entsprechend belasten. Da jedoch das Budget für 2016 ohnehin schon gekürzt wurde, stünden so im nächsten Jahr noch weniger Fördergelder zur Verfügung. „Deshalb muss eine Erhöhung der Mittel ins Auge gefasst werden, alles andere wäre ein fatales Signal!“, so Neumann nach Angaben von Blickpunkt Film weiter. Auch viele Verbände fordern bereits seit langem eine Erhöhung des DFFF aus das Niveau von 2014, wo 70 Millionen Euro zur Verfügung standen.

Auswertungskette erhalten

Neumann positionierte sich in seiner Key-Note auch gegen die EU-Initiative, die einen Förderbonus für gleichzeitige Kino- und VoD-Starts vorsieht. So sagte er: „Falsch finde ich die immer wieder aufkommenden Ansprüche und Versuche, die Reihenfolge der Auswertungskette aufzuweichen. Das Kino ist und muss der eigentliche Auswertungsmaßstab bleiben. Die Verkürzung oder gar Abschaffung von Sperrfristen zwischen Kinostart und Folgeauswertung eines Films kann von niemanden ernsthaft in Erwägung gezogen werden“, so Neumann laut einer Meldung der Filmkunstmesse. Dieses Bonus-Programm sei „ein Schritt in die völlig verkehrte Richtung“, so Neumann weiter.

VoD Förderrichtinien in der Kritik

Auch verschiedene Kinoverbände kritisieren die Versuche, die Auswertungsfenster für Kinofilme aufzuweichen. Mit den geänderten Förderrichtlinien sollen Kinos künftig einen Bonus erhalten, wenn sie europäische Filme parallel im Kino und als „Video on Demand“ starten. Die parallelen Filmstarts im Kino und als VoD können die Existenz vieler kleiner Kinos mit europäischem Programmprofil gefährden, so die Befürchtung der Kinoverbände. Vor allem Kinos in kleinen Orten und in kleinen Ländern in denen es keine ausreichende oder keine öffentlichen Fördermaßnahmen für Filmtheater gibt, werden davon betroffen sein. (COH)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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