Medienrecht

EU-Kommission beanstandet Ticketverkauf im Internet

Nach einem Test der EU-Kommission wiesen 28 von 29 überprüften Webseiten für den Verkauf von Konzert- und Fußballkarten erhebliche Mängel auf.Der EU-weite Test der europäischen Kommission ergab, dass viele Ticketportale im Internet durch irreführende Preisangaben sowie fehlende Kontaktdaten aufgefallen sind. Bei 74 Prozent der überprüften Webseiten stellte die Kommission irreführende Preisinformationen wie zum Beispiel versteckte Steuern oder Gebühren fest. Darüber hinaus wiesen ebenso viele Portale unfaire Vertragsklauseln auf. Insbesondere fehlt es häufig an Garantien für eine rechtzeitige Zustellung der Tickets sowie an einer Entschädigungszusage im Falle einer Absage eines Konzerts.

Nach dem Test der EU wurden mehrere Unternehmen aufgrund der Wettbewerbsverstöße abgemahnt. So leitete die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), die mit der Überprüfung der deutschen Webseiten beauftragt war, elf außergerichtliche Verfahren ein. Danach haben sich bereits acht Unternehmen im Wege einer Unterlassungserklärung dazu verpflichtet, die beanstandeten Klauseln nicht mehr zu verwenden und eine Rückgabe von Tickets nicht mehr kategorisch auszuschließen.

Daher kann in Zukunft davon ausgegangen werden, dass der Ticketverkauf im Internet verbraucherfreundlicher wird. Allerdings schadet auch weiterhin ein genauer Blick in die Geschäftsbedingungen der einzelnen Portale nicht, um etwaige böse Überraschungen bei der Rückgabe der Tickets oder bei versteckten zusätzlichen Gebühren zu vermeiden.

Quelle: vzbv, Afp

Kilian Kost ist seit 2009 Rechtsanwalt der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE mit Schwerpunkt im Internet- und Wettbewerbsrecht. Seit 2013 ist er zudem Fachanwalt für den gewerblichen Rechtsschutz.

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