Medienrecht

Einstweilige Verfügung gegen Sat.1-„Utopia“-Format

Formate wie Big Brother, die früher für Aufregung gesorgt haben, gehören mittlerweile zum Fernsehalltag. Mit „Utopia“ möchte Sat.1 demnächst Kandidaten bei der Gründung einer eigenen Gesellschaft zusehen. Doch nun hat gleichnamiges Unternehmen eine einstweilige Verfügung gegen den Sender erwirkt.


Wenn es nach den Plänen von Sat.1 geht, dann sollen im Frühjahr 2015 15 Kandidaten in ein kleines Dorf ziehen und dort, rund um die Uhr von Kameras überwacht, ihre eigene Gesellschaft gründen. Doch es regt sich Widerstand: Das Unternehmen Utopia.de hat vor dem Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung erwirkt.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Dem Sender ist es demnach untersagt, „im geschäftlichen Verkehr das Zeichen UTOPIA für Kommunikationsmöglichkeiten für Nutzer auf einer Internetplattform zu benutzen und/oder benutzen zu lassen und/oder derartig gekennzeichnete Kommunikationsmöglichkeiten zu bewerben und / oder bewerben zu lassen“, so das Gericht laut einer Meldung von Utopia.de.

Utopia.de ist eine Webseite, die sich mit Themen rund um nachhaltige Lebensweisen, Umweltschutz und Verbraucherrechte- und aufklärung beschäftigt. Das Unternehmen hatte die einstweilige Verfügung erwirkt, weil es aufgrund der breiten Medienwirkung des Sat.1.-Formates befürchtet, dass „Utopia von der Mehrzahl der Menschen in Deutschland künftig nicht mehr mit nachhaltigem Lebensstil und der Idee des Aufbruchs in eine bessere Welt verbunden wird, sondern mit einem Trash-Format“, so die Meldung weiter.

Das Gericht folgte dieser Argumentation und untersagte die Online-Nutzung für User-Interaktionen. Eine Verwendung des Namens im TV könne das Unternehmen jedoch nicht verhindern, so das Hamburger Gericht. Die ProSiebenSat.1 Digital GmbH kann gegen die Entscheidung des Landgerichts Hamburg Widerspruch einlegen.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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