Medienrecht

Einsatz in vier Wänden: Finanzamt bittet Kandidaten zur Kasse

Es scheint, als bekommt man im Leben doch nichts geschenkt: Kandidaten der RTL-Show „Einsatz in vier Wänden“, deren Wohnung auf Kosten des Privatsenders renoviert worden sind, haben nun Post vom Finanzamt bekommen.

Nach Angaben des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ haben einige Kandidaten der Sendung einen Steuerbescheid erhalten. Die Produktionsfirma sei bereits im Gespräch mit dem Finanzamt.

Wie es scheint sind die Finanzämter der Ansicht, dass die Verschönerungseinsätze, bei denen Türen, Bäder oder Küchen eingebaut werden, versteuert werden müssen, so die Angaben des Spiegels. Marc Lammek, Geschäftsführer der Produktionsfirma MME, sagte gegenüber dem Magazin, dass man erstmals Ende 2012 mit dieser neuen Sichtweise der Berliner Finanzverwaltung konfrontiert worden sei. Problematisch sei allerdings die Tatsache, dass die Kandidaten meistens finanziell sehr schwach aufgestellt sind und den Forderungen nicht Folge leisten können. Sollte sich die Einschätzung der Berliner Finanzverwaltung durchsetzen, könnte dies das Ende der Renovierungs-Doku-Formate bedeuten, so die Meldung weiter.

„Einsatz in vier Wänden“ ist nicht die erste TV-Sendung, bei der sich das Finanzamt einschaltet. Erst im vergangenen Jahr hatte der Bundesfinanzhof entschieden, dass der Big Brother Gewinner, der eine Million Euro gewonnen hat, dieses Geld versteuern müsse. Der Gewinner hatte ein Jahr im Big Brother Container gewohnt und sei dabei von den Kameras begleitet worden. Dies sei somit als Arbeit und nicht als Gewinn zu werten, so die Entscheidung des Gerichts.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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RSSKommentare (2)

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  1. Christian Igel [Mobile] sagt:

    Ist das aber nicht Aufgabe des Senders, bzw. der Firmen die daran beteiligt sind die Steuern zu zahlen?

  2. Friedhelm sagt:

    Für die Betroffenen finde ich es sehr bedauerlich. Fakt könnte jedoch sein, das einen Dienst geleistet haben. Nicht umsonst wurde ihnen „geholfen“. Sie waren die Akteure und der Sender hat damit viel Geld erwirtschaftet. Die Betroffenen haben mit ihrer Vermarktung ihrer Probleme ein renoviertes „Zuhause“ erhalten. Sie als Darsteller sind bezahlt worden.
    Der Gewinn, den die Darsteller / Betroffenen erzielt haben, muss versteuert werden.
    Andere haben auch ihr Haus verloren und mussten in eine Mietwohnung ziehen.
    Die Aufgabe der Produktionsfirma wäre gewesen, sich jedesmal vorher beim Finanzamt zu erkundigen und den Betroffenen, mit dem die Produktionsfirma einen Vertrag macht, zu unterrichten. Falls das nicht geschehen sein sollte, müsste die Produktionsfirma für den „Schaden“ / Forderung des Finanzamtes aufkommen

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