Medienrecht

Dokumentationen: ARD und Produzentenallianz einigen sich auf Terms of Trade

Die Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen e.V. und die ARD-Anstalten haben sich auf „Eckpunkte der vertraglichen Zusammenarbeit für vollfinanzierte dokumentarische Auftragsproduktionen“ geeinigt. 

Bereits im Oktober 2012 hatte die Produzentenallianz einen ähnlich Beschluss mit dem ZDF ausgehandelt, an dem sich nun die Vereinbarung mit der ARD orientiert habe, so die Meldung der Produzentenallianz. Mit den neuen „Terms of Trade“ sollen die Vertragsbedingungen für Produzenten verbessert werden.

 

© Martin Schumann - Fotolia.com

© Martin Schumann – Fotolia.com

Der Vorsitzende des Produzentenallianz-Gesamtvorstands Alexander Thies sagte dazu: „Zwar sind wir damit noch lange nicht am Ende, aber die neue Eckpunktevereinbarung mit den ARD-Anstalten für Dokumentationen markiert das Erreichen einer wichtigen Etappe. Wir können jetzt sagen, dass wir die Geschäftsgrundlagen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern bei den sogenannten vollfinanzierten Auftragsproduktionen und den Dokumentationen erheblich verbessern konnten.“

Auch die ARD zeigte sich zufrieden. So sagte Eva-Maria Michel, Verhandlungsführerin für die ARD und stellvertretende Intendantin des WDR: „Die ARD hat damit die Vorgabe des Rundfunkstaatsvertrags nach ausgewogenen Vertragsbedingungen für die drei größten Genre Fiktion, Unterhaltung und jetzt eben auch Dokumentation erfüllt.“

Einige Eckpunkte

Unter anderem sollen künftig Produzenten mit 16% an den Bruttoerlösen der Produktionsauswertung im Ausland, im Pay-TV, im Kino und DVD, Blu-ray etc. beteiligt werden (nach Abzug von Synchronisationskosten sowie einer Pauschale in Höhe von 35% für die Aufbereitung der Produktion), so die Angaben der Produzentenallianz. Zudem können Verwertungsrechte von Produktionen (die seit dem 1. Juli 2011 erstausgestrahlt wurden), die vom Sender nicht innerhalb einer 5 Jahres-Frist genutzt werden, dem Produzenten rückübertragen werden, sofern ein konkret vorliegendes Verwertungsinteresse nachweisbar ist. Die Sender sollen dabei ein nicht-exklusives Sende- und Klammerteilrecht behalten, so die Meldung weiter. Auch sollen künftig weitere Berufsbilder in den Kalkulationsposten aufgenommen werden. Für vom Produzenten an die Sender herangetragene Stoffe/Formate bestehe künftig eine Produzentenbindung, so ein weiterer Punkt der Terms of Trade. Die Eckpunktevereinbarung gilt für inhaltlich in sich abgeschlossene Produktionen und schon ab einer Programmlänge von 15 Min, so die Angaben der Produzentenallianz.

Die „Terms of Trade“-Eckpunkte finden Sie hier

 

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.