Medienrecht

DLM-Studie: Privatsender verlieren an Meinungsmacht

In unserem dualen Rundfunksystem geht es um Quoten und Inhalte, aber auch um Einfluss. Die Meinungsmacht der Privatsender hat jedoch im vergangenen Jahr abgenommen.

Der Einfluss der großen privaten Fernsehsender auf die Meinungsbildung in Deutschland nimmt ab, so das Ergebnis des MedienVielfaltsMonitor der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM).

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Bertelsmann

In der zweiten Jahreshälfte 2014 haben die Medienangebote des RTL-Mutterkonzerns Bertelsmann zusammen nur einen Anteil am Meinungsmarkt von 12,4 Prozent erreicht. Dies bedeutet einen Verlust seit dem Jahr 2012 von insgesamt 1,8 Prozentpunkten.

ProSiebenSat.1

Auch die ProSiebenSat.1-Gruppe hat Anteile verloren. Im gleichen Zeitraum musste der Konzern einen Reichweitenverlust von 1,1 Prozentpunkte auf 7,8 Prozent verzeichnen. Neben den Reichweiten der einzelnen Programme habe aber auch die generelle Bedeutung des Mediums Fernsehen für die Meinungsbildung abgenommen, so die Meldung der Medienanstalten. Nach der aktuellen Gewichtungsstudie erreicht das Fernsehen demnach ein Meinungsbildungsgewicht von 35 Prozent. Dies ist gegenüber 2013 ein Rückgang von 1,9 Prozentpunkten.

Fernsehen weiterhin Meinungsführer

Dennoch bleibt das Fernsehen weiterhin auf dem ersten Platz der Meinungsmedien. Auf Platz 2 bis 4 folgen die Gattungen Tageszeitungen mit einem Anteil von 21,6 Prozent (minus 1,1 Prozentpunkte), Internet mit einem Anteil von 20,2 Prozent (plus 2,3 Prozentpunkte) sowie der Hörfunk mit einem Anteil von 19,9 Prozent (plus 1 Prozentpunkt), so die Meldung weiter.

60% Meinungsmacht bei fünf Mediengruppen

Doch auch wenn sich bei den einzelnen Medien die Gewichtungen verschoben haben, vereinen die fünf größten Mediengruppen weiterhin knapp sechzig Prozent der Meinungsmacht in Deutschland auf sich: die ARD konnte im zweiten Halbjahr 2014 einen Anteil am Meinungsmarkt von 22,4 Prozent für sich verbuchen, gefolgt von Bertelsmann mit 12,4 Prozent. Axel Springer hatte einen Anteil am Meinungsmarkt von 8,5 Prozent, ProSiebenSat.1 von 7,8 Prozent, auf Platz 5 liegt das ZDF mit einem Anteil von 7,2 Prozent. Die Medienkonzerne Bauer, Burda und Funke folgen danach mit Abstand, so die Meldung weiter.

Den aktuellen MedienVielfaltsMonitor für das 2. Halbjahr 2014 finden Sie hier

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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