Medienrecht

Das „Original Channels“-Programm von Youtube wird nicht weiter unterstützt

Ein Jahr ist es her, dass Youtube sein „Original Channels“-Programm in Deutschland gestartet hat. Youtube hatte in Zusammenarbeit mit Produzenten aus den Bereichen Fernsehen, Musik und Print insgesamt 13 Kanäle ins Leben gerufen. Per Vorschuss auf die erwarteten Werbeerlöse wurden die Kanäle jeweils für ein Jahr vorfinanziert. Vorgesehen war, dass sobald ein Kanal den gewährten Vorschuss wieder eingespielt hat, auch die Produzenten zur Hälfte am Gewinn beteiligt werden.

Das Projekt fand zum Start einen großen Anklang. Jedoch ist es scheinbar nicht so gelaufen wie erwartet, denn es wurde nicht verlängert. In der Tat liegen die Abo- und Abrufzahlen immer noch weit hinter den Kanälen der Youtube Profis zurück.

Tobias Gerlach, Geschäftsführer von First Entertainment erklärt sich das folgendermaßen: „Da, wo beim TV für viele Produzenten die Arbeit endet, beginnt sie bei YouTube und anderen Plattformen erst wirklich“, so Gerlachs Erfahrung. „Channel Management, Social Media, Vermarktung. Das ist ungemein spannend und lehrreich – auch für unser Kerngeschäft TV-Unterhaltung und Dokumentation.“

Das eine Jahr hat für die Produzenten scheinbar nicht ausgereicht, um die Youtube Welt vollends zu erobern. Eine Ausnahme ist hier jedoch zu nennen: Mediacraft Networks, das größte Netzwerk von Youtubern war mit seinem Comedy-Kanal „Ponk“ richtig erfolgreich. 490.000 Fans haben den Kanal abonniert. So viele wie in keinem anderen Originalkanal. Der Mediakraft-Geschäftsführer Christoph Krachten erklärt sich den Erfolg so: „Was Ponk so stark macht, ist die konsequente Einbeziehung der Community in die Entwicklung des Kanals, und zwar von Anfang an“.

Es bleibt abzuwarten, wie die anderen TV Produzenten reagieren und ob die restlichen Originalkanäle weiterhin am Leben erhalten werden.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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