Medienrecht

Bundestag verabschiedet neues Filmförderungsgesetz (FFG)

Der Deutsche Bundestag hat den Entwurf für das neue Filmförderungsgesetz (FFG) beschlossen. Das Gesetz soll am 1. Januar 2017 in Kraft treten.

Staatsministerin Monika Grütters lobte den neuen Entwurf:

© Maria.P.-Fotolia

Bundestag verabschiedet neues FFG © Maria.P.-Fotolia

„Der Deutsche Bundestag hat den Weg für ein ausgewogenes und gelungenes neues Filmförderungsgesetz geebnet. Es ermöglicht qualitative Spitzenförderung und stärkt einmal mehr die deutsche Filmwirtschaft. Der deutsche Film hat das verdient: Mit einem Besuchermarktanteil von 27,5 Prozent hat er 2015 das beste Ergebnis seit Erfassung der Besucherzahlen erzielt.“

Grütters nannte als aktuelles Beispiel den Erfolg der Tragikomödie „Toni Erdmann“ von Regisseurin Maren Ade.

„Mit dem neuen Filmförderungsgesetz sorgen wir dafür, dass solche künstlerischen Ideen und wirtschaftlichen Wagnisse deutschen Filmemachern auch in Zukunft möglich sind“, so Grütters weiter.

Änderungen im FFG

Der Entwurf des neu strukturierten FFG sieht zum Beispiel folgende Änderungen vor:

Erstens soll die Förderung effizienter gestaltet werden. Die Fördermittel werden demzufolge auf weniger, dafür aber erfolgversprechendere Filme konzentriert. Des Weiteren soll der Frauenanteil in den Gremien geschlechtergerecht erhöht werden. Dementsprechend sollen auch die Fördergremien der Filmförderungsanstalt (FFA) erstmals geschlechtergerecht besetzt werden. Ebenfalls sollen die Gremien verschlankt und professionalisiert werden.

Mehr Mittel für Drehbuchbereich

Als Spitzenförderung werde eine Drehbuchfortentwicklungsförderung eingeführt. Die Mittel für den Drehbuchbereich werden entsprechend erhöht.

Künftig sollen die Verleih-, Vertriebs- und Videoförderungen zusammengelegt werden. Auch die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Gemeinschaftserlebnis Kinofilm werde verbessert.

Auch die Aufgaben der Filmförderungsanstalt (FFA) wurden konkretisiert. So soll die FFA darauf hinwirken, dass in der Filmwirtschaft eingesetztes Personal zu sozialverträglichen Bedingungen beschäftigt wird. Zugleich werde das Abgabeaufkommen der FFA gesichert.

Filmabgabe

Das Filmförderungsgesetz regelt die Filmförderung durch die Filmförderungsanstalt. Die Förderung wird durch die Erhebung der Filmabgabe finanziert. Abgabepflichtig sind Verwerter von Kinofilmen. Hierzu gehören Kinos, Unternehmen der Videowirtschaft einschließlich der Anbieter von Videoabrufdiensten, Fernsehveranstalter und Vermarkter von Pay-TV-Programmen. (COH)

 

Quelle: Pressemitteilung 403 der Bundesregierung (10.11.2016)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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