Medienrecht

Beck: ARD und ZDF sollen Digitalkanäle reduzieren

In einem Interview mit dem Fachmagazin „Promedia“ hat der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) vorgeschlagen, mehrere Digitalkanäle von ARD und ZDF einzustellen. Beck ist auch Vorsitzender der Rundfunkkommission der Länder.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk müsse „zeitgemäße, den finanziellen wie programmlichen Herausforderungen entsprechende Strukturen“ schaffen, so Beck gegenüber „Promedia“. „Insofern könnte ich mir vorstellen, dass ARD und ZDF zunächst ihre Infokanäle aufgeben und Phoenix als gemeinsamen Ereignis- und Dokumentationskanal stärken.“

Momentan unterhalten ARD und ZDF je drei Digitalkanäle: darunter je ein Infokanal (EinsExtra und ZDF Info), ein Kulturprogramm (Einsfestival und ZDF Kultur) sowie je ein Programm, dass ein jüngeres Publikum erreichen soll (EinsPlus und ZDF Neo).

„Auch sehe ich keine Notwendigkeit, neben den hervorragenden Kultursendern Arte und 3sat zwei weitere öffentlich-rechtliche Kulturkanäle anzubieten“, so Beck weiter.

Auch der schleswig-holsteinische Staatskanzleichef Arne Wulff hatte sich bereits gegen die Digitalkanäle von ARD und ZDF ausgesprochen und die Sender aufgefordert, sich stärker auf ihre Hauptprogramme zu konzentrieren.

Die ARD sieht in den Digitalkanälen ihren Auftrag zur Programmvielfalt erfüllt und reagierte auf die Forderung Becks nach Reduzierung der Digitalkanäle mit folgender Pressemitteilung:

„Mit den Digitalkanälen Einsfestival, EinsPlus und EinsExtra erfüllt die ARD ihren im 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag von den Ländern vorgegebenen Auftrag. Zudem beschäftigt sich derzeit auch die sogenannte AG Beitragsstabilität unter anderem mit der Anzahl und der Beauftragung der Digitalkanäle. Bereits im September hat die ARD vor Vertretern dieser von den Ministerpräsidenten der Länder eingesetzten AG Konzepte und Sendebeauftragungen zu den Digitalkanälen vorgestellt. Diese Diskussion wird in der nächsten Zeit in der AG-Beitragsstabilität auch weiter fortgeführt.“

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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RSSKommentare (1)

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  1. Matthias Maschke [Mobile] sagt:

    Die vielfalt der Öffentlich Rechtlichen ist meiner Meinung nach optimal, um überhaupt noch gegen die Privaten anzukommen und sollte keinesfalls eingeschränkt werden. TV, Internet, Smartphones, Radio, Zeitschriften, etc…; von allen seiten wird man mit medialen Inhalten bombadiert und die Menschen verbringen immer mehr Zeit damit. Es ist nur logisch und richtig ein ein gewisses Gleichgewicht zu halten. Ich tippe mal das 4/5 aller Deutschen garkein oder kaum öffentlich rechtliche Medien nutzen, was für mich nur ein Grund mehr wäre eine größere Vielfalt zu schaffen.

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