Medienrecht

AG Hamburg: Dürfen in einem wissenschaftlichen Werk Plagiatsvorwürfe versteckt werden?

Auch die Verfasser von wissenschaftlichen Werken können durch pauschale Äußerungen andere Menschen in ihrem allgemeinen Persönlichkeitsrecht verletzen. Dies hat das Amtsgericht Hamburg-Mitte entschieden.

 


Im vorliegenden Fall zog ein Professor in dem Cover einer wissenschaftlichen Abhandlung über seinen Kollegen her. Dieser habe angeblich Ideenklau und plagiatorische Verwurstelung begangen, indem er einzelne übernommene Textteile nicht mit einem Zitat versehen habe. Diese Behauptungen wurden ohne nähere Begründung und Nachweis in den Raum gestellt. Hiergegen klagte der Angegriffene – und bekam Recht.

 

Das Amtsgericht Hamburg-Mitte stellte mit Urteil vom 21.02.2011 (Az. 36A C 243/10 fest), dass die umstrittenen Äußerungen im Cover keinesfalls durch die Meinungsfreiheit oder die Wissenschaftsfreiheit gedeckt sind. Wer einem anderen eine Urheberrechtsverletzung vorwirft, muss dies auch näher ausführen und nachweisen. Der Betroffene braucht sich keine unwahren Behauptungen an den Kopf schmeißen lassen. Wer diese aufstellt, muss auch beweisen können.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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