Markenrecht

TV-Remake von Winnetou darf nicht »Winnetou« heißen

Er ist wohl der bekannteste Apache hierzulande: Winnetou. Doch einem TV-Remake wurde jetzt die Verwendung des Namens untersagt. Grund: Weil es zu sehr vom Original abweicht.
Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat einer Klage der Bamberger Karl-May-Verlag GmbH gegen eine Filmproduktionsfirma stattgegeben.

© Martin Schumann - Fotolia.com

© Martin Schumann – Fotolia.com

Die Filmproduktionsfirma darf demnach keine Filme mit den Titeln »Winnetou und Old Shatterhand«, »Winnetou und der Schatz im Silbersee« oder »Winnetous Tod« auf den Markt zu bringen.

May gemeinfrei verwendbar

Generell fallen auch die Werke von Karl May unter das deutsche Urheberrecht. Erst 70 Jahre nach dem Tod des Autors dürfen demnach Werke gemeinfrei verwendet werden. Da Karl May bereits 1912 gestorben ist, kann mittlerweile jedermann über seine Bücher frei verfügen.

Nicht Urheber, sondern Titelschutzrecht

Dies hat die Klägerin nicht in Frage gestellt, sich aber bei ihrer Klage auf das Titelschutzrecht berufen. Dies stehe ihr zu, weil sie seit Jahrzehnten Bücher unter den genannten Titeln vertreibe, so die Klägerin laut der Pressemeldung des LG Nürnberg-Fürth.

So dürfen zwar die Benutzer der Werke Karl Mays auch deren Titel benutzen, aber es sei nicht zulässig, Filme, die mit den Geschichten Karl Mays tatsächlich nichts oder fast nichts zu tun hätten, unter diesen Titeln zu veröffentlichen.

TV-Remakes: Zu wenig Winnetou

Dies sei bei den vorgelegten Drehbüchern jedoch der Fall gewesen. In den geplanten Filmen würden zentrale Motive der Winnetou-Bücher fehlen, wie etwa die Blutsbrüderschaft zwischen Winnetou und Old Shatterhand. Zudem lebe Old Shatterhand abweichend vom Original als Farmer auf dem Land der Apachen. Die Produktionsfirma hatte versucht zu argumentieren, dass Winnetou mittlerweile das Synonym für einen Indianerhäuptling sei. Nach Ansicht der Klägerin sei dies jedoch nicht der Fall.

Starker Unterschied von Film und Buch

Das Landgericht Nürnberg-Fürth entschied nun, dass die geplanten Filme sich so stark von den Romanvorlagen unterscheiden würden, dass nicht mehr von deren Verfilmung gesprochen werden könne. (Urteil vom 23. Dezember 2015, Az. 4 HK O 1164/15, nicht rechtskräftig)

Es bestünde bei Benutzung der Titel deshalb eine Verwechslungsgefahr und damit ein Unterlassungsanspruch der Klägerin, so die Meldung weiter. (COH)

 

Quelle: Pressemitteilung OLG Nürnberg 21/15

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 von 5)

RSSKommentare (1)

Kommentar schreiben | Trackback URL

  1. Werniman sagt:

    Wie sieht wohl eine Winnetou-Verfilmung bei RTL aus ? Die Indianer geben sich wahrscheinlich keine Rauchzeichen mehr,sondern schicken sich Whatsapp-Nachrichten. Und geschossen wird auch nicht mehr mit Colts bzw Pfeil&Bogen,sondern sie blenden sich mit aufgebohrten Laserpointern aus Fernost zu Tode 😀

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×