Markenrecht

Mögliche Rechtsstreits: Sat.1 benennt „Utopia“ um

Bereits vor Sendestart hat das neue Sat.1 Format für Ärger gesorgt: Doch nicht das Konzept der Sendung eckt an, sondern der Name. Nun soll „Utopia“ nächstes Jahr unter einem anderen Namen im Programm von Sat.1 starten.

Das Konzept ist ähnlich wie Big Brother: In „Utopia“ sollen Kandidaten eine eigene Gesellschaft aufbauen und dabei werden sie von Kameras beobachtet. Allerdings sollen sie auch Produkte herstellen und diese über das Internet in der „echten Welt“ verkaufen. Das Verbraucherportal Utopia.de, die sich für eine nachhaltige Lebensweise einsetzen, sah darin ein Problem möglicher Verwechslung und klagte gegen die Namensnutzung.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Einstweilige Verfügung

Im September hatte die Utopia GmbH mit einer einstweiligen Verfügung ein gerichtliches Verbot der markenmäßigen Nutzung der Marke “Utopia” für die Auswertung eines geplanten TV-Formates des Senders ProSiebenSat.1 erwirkt. Das LG Hamburg hatte im vergangenen Monat das Verbot im Wesentlichen bestätigt. Demnach darf Sat.1 für die 2015 geplante Show keine Internetplattform mit dem Titel “Utopia” zur kommerziellen Auswertung einsetzen. Für den Fall von Zuwiderhandlungen drohte das Gericht der ProSiebenSat.1 Digital GmbH Ordnungsgeld bis zur Höhe von 250.000 EUR an.

Sat.1 gab sich nach dem Urteil gelassen und betonte, dass sich das Verbot nur auf die Internetplattform beziehe und für „das Konzept der Show völlig unmaßgeblich“ sei, so eine Sprecherin des Senders damals.

Nun gab es aber doch eine Wende. Die Sendung soll ab 2015 unter dem Namen „Newtopia“ laufen, so die Angaben von Sat.1.

Unverwechselbarer Titel

SAT.1-Geschäftsführer Nicolas Paalzow sagte dazu: „John de Mols Erfolgsshow ist einzigartig, ihr Originaltitel ist es in Deutschland nicht. Wir wollen dieses einmalige TV-Experiment von Anfang an zu einem unvergleichlichen TV-Erlebnis für die SAT.1-Zuschauer werden lassen. Deshalb haben wir entschieden, ihr mit ‚NEWTOPIA‘ auch einen unverwechselbaren Titel zu geben.“

Mit dieser Entscheidung sollen weitere mögliche gerichtliche Auseinandersetzungen verhindert werden. Ob das Format deswegen auch ein Erfolg wird, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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