Markenrecht

EuG entscheidet über Knut als Marke

Der Eisbär Knut war im Berliner Zoo ein Medienphänomen. Knut machte als erster Baby- Eisbär im Berliner Zoo weltweit Schlagzeilen. Er wurde von seiner Mutter verstoßen wurde und von einem Pfleger als Ziehvater aufgezogen.

EuG entscheidet über Knut  ©-Thomas-Jansa-Fotolia

EuG entscheidet über Knut ©-Thomas-Jansa-Fotolia

Alle reißen sich um Knut den Eisbären

Trotz seines tragischen Todes stirbt die Marke Knut nicht. Auch über seinen und den Tod seines Pflegers hinaus wird Knut als Marke weiterhin vermarktet. Hierbei wird kräftig darüber gestritten, wer die Marke „Knut“ verwenden darf. Nun entschied das Gericht der Europäischen Union (EuG) mit Urteil vom 16.09.2013 (Rechtssache T-250/10).

Eisbär-Marketing

Der allseits beliebte und sogar in Japan bekannte Eisbär Knut ist zu großem Ruhme gelangt. Genau diesen Ruhm machten sich findige Geschäftsmänner zu nutze. Die KNUT IP Management Ltd. mit Sitz in London, England meldete die Marke „KNUT – Der Eisbär“ an. Sie vertrieben darunter Markenartikel wie Kleidung, Sportartikel und allerlei Merchandise- Artikel.

Der Eisbär Knut war gebürtiger Berliner. So kam es, dass sein Heimat-Zoo über die Zoologischer Garten Berlin AG ebenfalls verschiedene Marken mit den Bestandteilen „KNUT“ anmeldete.

KNUD vs. KNUT

Im Markenrecht gilt grundsätzlich: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Somit kann sich grundsätzlich derjenige freuen, welcher die Marke zuerst angemeldet hat. Die KNUT IP Management Ltd. hatte die Marke „KNUT – Der Eisbär“ vor den Marken des Zoos angemeldet. Dies war dem Zoo natürlich ein Dorn im Auge und er versuchte die Marke „KNUT– Der Eisbär“ löschen zu lassen.

Dies Gelang mit einem kleinen Trick: Noch älter war die Marke „KNUD“ eines Münsteraner Verlags, welcher die Marke dem Zoo lizensiert hatte. Vor den Gerichten trug der Zoo nun die Verwechslungsgefahr zwischen „KNUD“ und „KNUT – Der Eisbär“ vor.

Die Gerichte schlugen alle dieselbe Richtung ein und selbst das europäische Gericht bestätigte nun: Die Marke „KNUT – Der Eisbär“ muss gelöscht werden, denn die Marke „KNUD“ gab es vorher. Es bestehe eine Verwechslungsgefahr, da für einen durchschnittlichen Verbraucher die visuellen und hörbaren Unterschiede zwischen „KNUD“ und „KNUT“ sehr gering seien. Der Zusatz „Der Eisbär“ ändere daran nichts. Bei beiden Wörtern würde der Verbraucher vom Eisbären Knut ausgehen.

Dies ist ein großer Sieg für den Zoo, wobei eine eventuelle Entscheidung des europäischen Gerichtshofs abzuwarten bleibt. Festzuhalten bleibt: Wenn man eine Marke anmelden will, sollte man sich so früh und umfangreich wie möglich darum kümmern.

Kilian Kost ist seit 2009 Rechtsanwalt der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE mit Schwerpunkt im Internet- und Wettbewerbsrecht. Seit 2013 ist er zudem Fachanwalt für den gewerblichen Rechtsschutz.

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RSSKommentare (2)

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  1. Dirk sagt:

    Eine aus meiner Sicht interessante Fragestellung in diesem Zusammenhang ist, ob § 12 BGB (Namensrecht) analog auch auf Tiere anwendbar wäre. Gibt es hierzu Rechtssprechung?

  2. stefan sagt:

    Hallo Zusammen,

    deshalb geht bitte in diesem Fall zu einem Fachmann,später sich zu ärgern, weil man Geld sparren wollte… ist nicht gut. Das Marke anmelden
    also lieber einen Fachmann überlassen.

    Gruß
    Stefan

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