Markenrecht

Der erbitterte Kampf zwischen Haribos Goldbärchen und Lindts goldenem Weihnachts-Bären

Die beiden weltweit bekannten Süßwarenhersteller Haribo und Lindt streiten seit heute in der Berufung eines Markenrechtsstreits vor dem Oberlandesgericht Köln.

 Der erbitterte Kampf zwischen Haribos Goldbärchen und Lindts goldenem Weihnachts-Bären©-Thomas-Jansa-Fotolia

Der erbitterte Kampf zwischen Haribos Goldbärchen und Lindts goldenem Weihnachts-Bären©-Thomas-Jansa-Fotolia

Haribo wirft dem Schokoladenhersteller vor, mit einem von Lindt neu eingeführten Schokoladen-Bären die eigenen Markenrechte des Fruchtgummi-Goldbären zu verletzen.

Die Schweizer Firma Lindt hatte bereits im Jahr 2012 pünktlich vor Beginn des Weihnachtsfests ein Gegenstück zum weltweit bekannten Lindt Osterhasen gesucht und dieses Gegenstück dann im goldenen Lindt-Bären gefunden. Der weihnachtliche Schokoladenbär bekam, wie schon sein Osterhasen-Pendant, eine rote Schleife um den Hals und dann den Namen „A-Teddy“ verpasst. Allerdings ist die dreidimensionale Form des Schokobären stark an den dicklichen und gemütlich-zufrieden wirkenden Gummibären angelehnt.

Haribo sieht hierin insbesondere aufgrund der überragenden Bekanntheit des kleinen Fruchtgummi-Goldbärchen die Gefahr, dass der Verbraucher mit einem goldenen Schokoladenbären, ein Produkt aus dem Hause Haribo vermutet. Somit findet aus Sicht von Haribo eine Verwässerung zwischen den beiden Markenherstellern statt und eine klare Unterscheidung sei für die Konsumenten nicht mehr möglich.

Haribo forderte unter anderem zur Unterlassung und Zahlung von Schadensersatz auf. In erster Instanz folge das angerufene Kölner Landgericht der Auffassung von Haribo und gab der Klage mit Urteil vom 18.12.2012 (Az: 33 O 803/11) statt.

Die Kölner Richter waren der Ansicht, dass Lindt sich die Bekanntheit des Haribo Goldbären, den einer Studie zufolge 90% aller Bundesbürger kennen, zunutze macht, indem der Schokoladenhersteller seinen Weihnachtsrenner als goldenen Bären vertreibt.

Besonders ins Gewicht fiel bei der erstinstanzlichen Entscheidung die Vermutung, dass der Verbraucher mit einem in Gold eingewickelten Bären sofort den als Wortmarke geschützten Begriff „Goldbär(chen)“ assoziiert.

An dieser Ansicht ändert auch nicht, dass beide Produkte in unterschiedlichen Segmenten, Schokolade und Fruchtgummi, vertrieben werden.

Vielmehr sei der Süßwarenmarkt als ein einheitlicher Markt zu betrachten und Haribo sei somit die Möglichkeit genommen, auf diesem Markt einen eigenen Schokobären in Anlehnung an den Haribo Goldbären zu vertreiben, der sich von dem des Konkurrenten Lindt unterscheidet.

Lindt hatte im Weihnachtsgeschäft 2012 bereits ca. 40 Millionen Exemplare vom goldenen Weihnachtsbären verkauft und baut deshalb natürlich auch in Zukunft weiter auf dessen Anziehungskraft. Zur Not werde man bis vor den Bundesgerichtshof ziehen, so der Schweizer Lebensmittelkonzern. Die Entscheidung des OLG Köln wird deshalb mit Spannung erwartet.

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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