Markenrecht

Anzeige von Mitbewerber-Produkten bei Amazon-Suchanfrage nicht erlaubt

Wird bei einer Suche nach einem Markenprodukt beim Online-Händler Amazon zusätzlich ein Mitbewerber-Produkt angezeigt, liegt darin eine Markenverletzung. Das hat das OLG Frankfurt a.M. entschieden (Urt. v. 11.02.2016 – Az.: 6 U 6/15).

Anzeige von Mitbewerber-Produkten bei Amazon-Suchanfrage nicht erlaubt ©-Thomas-Jansa-Fotolia

Anzeige von Mitbewerber-Produkten bei Amazon-Suchanfrage nicht erlaubt ©-Thomas-Jansa-Fotolia

Suchte man beim Online-Händler Amazon nach dem Produkt „Fatboy“, wurden nicht nur Produkte dieser Marke, sondern auch die Produkte der Mitbewerber angezeigt. Der Markeninhaber von „Fatboy“ ging daraufhin gegen Amazon vor. Seiner Ansicht nach lag in der Anzeige der Mitbewerber-Produkte eine Verletzung der Marke „Fatboy“.

Gericht zog Vergleich zu Einkauf im Kaufhaus

Das Gericht verglich die Situation mit einem Einkauf im Kaufhaus. Fragen die Kunden einen Verkäufer in einem Kaufhaus nach Produkten einer Bestimmten Marke, gehen sie davon aus, dass der Verkäufer ihnen nur Produkte der entsprechenden Marke zeigt. Gleiches passiert bei einer Amazon-Suchanfrage. Gibt ein Verbraucher dort den Begriff „Fatboy“ ein, geht er davon aus nur Produkte dieser Marke angezeigt zu bekommen.

OLG sieht klare Markenverletzung

Nach dem angestellten Vergleich sieht auch das OLG Frankfurt a.M. eine klare Markenverletzung in der Anzeige der Mitbewerber-Produkte. Die Kunden gehen bei einer solchen Suchanfrage nicht davon aus automatisch auch andere Produkte angezeigt zu bekommen, als solche der Marke „Fatboy“. (ANH)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (1)

Kommentar schreiben | Trackback URL

  1. Tinkerbrüll sagt:

    Bloß kein anderes Verhalten dulden. Also am besten ab jetzt auch immer gleich den Verkäufer abmahnen, der einem doch mal eine andere Marke empfiehlt. In Deutschland herrscht schließlich Zucht und Ordnung und hier haben alle in Reihe und Glied zu marschieren. Ansonsten Abhmahnung, Anzeige, Ordnungsstrafe, Knast!!!
    Das ist nur noch abartig hier!!!

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×