Lebensmittelrecht

Werbung von Maggi – Werbeslogan „Mild gesalzen“ für Kinder-Tütensuppe ist wettbewerbswidrig

Das OLG Karlsruhe (Urteil vom 17.3.2016, Az.: 4 U 218/15) hat entschieden, dass der Hersteller Maggi nicht mit dem Werbeslogan „Mild gesalzen“ für seine Kinder-Tütensuppen werben darf.

Werbung von Maggi - Werbeslogan „Mild gesalzen“© ferkelraggae-Fotolia

Werbung von Maggi – Werbeslogan „Mild gesalzen“© ferkelraggae-Fotolia

Die Maggi GmbH hatte auf der Verpackung seiner Kinder-Tütensuppe mit dem Slogan „Mild gesalzen – voller Geschmack“ geworben. Die Supppe war verglichen mit herkömmlichen Suppen etwas weniger gesalzen. Besonders wenig Salz enthielt die Suppe jedoch nicht.

Gegen den Werbeslogan auf der Verpackung hatte die Verbraucherzentrale Bundesverband vor dem Oberlandesgericht in Karlsruhe geklagt. Sie warf dem Maggi Hersteller vor, die Werbung für die Kinder-Tütensupppe erwecke den Eindruck, die Suppe sei besonders salzarm.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband berief sich darauf, dass nach der Health-Claims-Verordnung der Europäischen Union die Werbung mit „Kochsalzarm“ oder vergleichbaren Werbeaussagen nur dann für Lebensmittel zulässig ist, wenn das Lebensmittel weniger als 0,12 Gramm Natrium oder 0,3 Gramm Kochsalz pro 100 Milliliter enthält. Die Kindersuppen von Maggi enthielten jedoch mindestens das doppelte der erlaubten Salzmenge.

Maggi verstößt gegen Health-Claims-Verordnung

Die Maggi GmbH wollte die Health-Claims-Verordnung der EU anders interpretieren. Die Verordnung lasse auch die Aussage zu, dass es ausreiche, wenn der Salzgehalt verglichen zu Lebensmittel der gleichen Kategorie reduziert sei. Die Richter konnten dem nur teilweise zustimmen. Die Auffassung von Maggi gelte nur dann, wenn schon auf der Verpackung klar und deutlich darauf hingewiesen wird, wie viel weniger Salz in den Kindersuppen verglichen mit anderen Suppen enthalten ist. Die Tütensuppe von Maggi enthielt jedoch keine Pflichtangabe, die eine vergleichende Aussagen über den Nährstoffgehalt von Lebensmitteln trifft. So wie Maggi die Produktverpackung gestaltete, werde der Verbraucher irregeführt.

Fazit

Lebensmittelhersteller müssen bei der Werbung für Ihre Produkte genau darauf achten, welche gesetzlichen Anforderungen die europäische Union bei der Lebensmittelwerbung aufstellt. Die Maggi GmbH hätte ihre Tütensuppen weiter vertreiben können, sofern sie den Werbeslogan „milder gesalzen“ oder „weniger gesalzen“ verwendet hätte. Nur dann hätte Maggi zum Ausdruck gebracht, dass die Suppe im Vergleich zu anderen Suppen weniger Salz enthält.

Mit dem von der Maggi GmbH gewählten Werbeslogan „Mild gesalzen“ erweckte Maggi beim Verbraucher stattdessen den Eindruck die Suppe ist besonders salzarm. (LaR)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Michael Beuger ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE. Er hat sich auf die Beratung mittelständischer Unternehmen aus der Bau-, Lebensmittel-, Kosmetik- und Werbebranche in allen wichtigen Wirtschaftsfragen, spezialisiert.

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