Wenn ein Agent für den Künstler tätig wird – Der Künstlerbetreuungsvertrag

Im Bereich der Künstlerbetreuung gibt es eine Vielzahl verschiedener Vertragstypen. Die wenigsten Künstler schließen alle Verträge selbst, sei es aufgrund von mangelnder Zeit oder mangelndem Know-how. Diese lukrativen Lücken versuchen Agenten oder Manager zu schließen und unterschreiben mit dem Künstler einen sogenannten Künstlerbetreuungsvertrag.

Künstlervermittlung

Bei der Künstlervermittlung stellt ein Agent den Kontakt zwischen einem Künstler und einem Veranstalter her. Entweder bleibt es bei der bloßen Kontaktvermittlung oder, was wohl der häufigste Fall sein wird, der Agent übernimmt die gesamten Vertragsverhandlungen als Stellvertreter für den Künstler.

Zwischen dem zu vermittelnden Künstler und dem Agenten als Vermittler wird ein Agenturvertrag geschlossen. Gegenstand dieses Vertrags ist die konkrete Vermittlungstätigkeit sowie die Festlegung einer Provision. Die rechtliche Einordnung des Vertragstypus „Agenturvertrag“ ist umstritten, was mitunter weitreichende Folgen haben kann. Ein Beispiel dafür ist der Provisionsanspruch des Agenten im Falle des Nichtauftritts des Künstlers aufgrund einer Krankheit. Formt man den Agenturvertrag als Maklervertrag652 BGB) aus, besteht der Provisionsanspruch; wird der Agenturvertrag jedoch als Handelsvertretervertrag84 HGB) ausgestaltet, entfällt er. Auf der anderen Seite kann ein Handelsvertretervertrag auch Vorteile wie Ausgleichszahlungen nach Beendigung des Vertragsverhältnisses.

In der Praxis wird ein Handelsvertretervertrag grundsätzlich nur bei einer umfassenden Betreuungstätigkeit angenommen. In allen anderen Fällen ist ein Maklervertrag geeigneter.

Ein weiterer rechtlicher Stolperstein im Agenturvertrag liegt im Kündigungsrecht. Da durch den Agenturvertrag ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen den Parteien besteht, ermöglicht das Gesetz jederzeit eine fristlose Kündigung ohne Abgabe von Gründen (§ 627 BGB). Beabsichtigen die Parteien den Agenturvertrag über eine bestimmte Dauer abzuschließen, sollte der § 627 BGB ausdrücklich im Vertrag ausgeschlossen werden.

Managementvertrag

Die Aufgaben eines Managers unterscheiden sich grundsätzlich von denen eines Agenten. Während sich der Agent um die Künstlervermittlung kümmert, konzentriert sich der Manager primär auf die Person des Künstlers. Er berät ihn, bemüht sich um Imagepflege und unternimmt im Grunde alles, was die Karriere mittelbar und unmittelbar fördert. In Deutschland, im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern, besteht zwischen Manager und Agent jedoch häufig eine Personenidentität.

Angesichts der doch sehr verschiedenen und jeweils durchaus zeitintensiven Aufgabenbereiche, ist es nicht verkehrt auch einen Managementvertrag zu schließen.

Der Manager wird auf Grundlage des Managementvertrags mit einer Provision vergütet. Diese richtet sich grundsätzlich nach den vertragsgegenständlichen Einnahmen, kann aber durchaus auch ausgeweitet werden.

Hinsichtlich des Kündigungsrechts gilt dasselbe wie bei einem Agenturvertrag.

Individuelle Beratung

Es ist übliche Praxis, dass sich Künstler zur Regelung der außermusikalischen Aufgaben Agenten und Manager zu Hilfe ziehen. Diese nehmen stellvertretend für den Künstler Aufgaben war, die für den kommerziellen Erfolg entscheidend sind. Aus diesem Grund verdienen Agentur- und Managementverträge eine besondere Berücksichtigung. Lassen Sie sich bei der Ausgestaltung derart wichtiger Verträge auf jeden Fall rechtlich beraten. Hierbei steht Ihnen die Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE gerne zur Seite.


Um Ihre Projekte auf ein sicheres Fundament zu stellen, ist eine vorherige rechtliche Prüfung ratsam. Hierbei helfen wir Ihnen! Unser Expertenteam um Rechtsanwältin Rafaela Wilde steht Ihnen unter der Rufnummer 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit) gerne für eine erste Einschätzung zur Verfügung.


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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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