Jugendschutzbeauftragter bei Online-Angeboten für Jugendliche

Das Internet darf nicht als rechtsfreier Raum verstanden werden. In Zeiten, in denen jedes Produkt online erworben oder konsumiert werden kann, schreibt der Gesetzgeber Internethändlern die Einhaltung bestimmter Schutzmechanismen vor.

Zum Zwecke des Jungendschutzes vor entwicklungsbeeinträchtigenden oder jugendgefährdenden Inhalten müssen Anbieter von Online Angeboten nach § 7 Abs. 1 des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages einen eigenen Jugendschutzbeauftragten benennen.

Wer muss einen Jugendschutzbeauftragen stellen

Der Gesetzgeber sieht vor, dass jeder Anbieter von Telemedien einen Jugendschutzbeauftragten bestellen muss, sobald entwicklungsbeeinträchtigende oder jugendgefährdende Inhalte auf dem Online Angebot präsentiert werden. Als Anbieter gelten hierbei neben Content- auch Hostprovider. Darüber hinaus haben Suchmaschinenbetreiber in jedem Fall einen Jugendschutzbeauftragten zu bestellen, da durch das mögliche Erreichen unzähliger nicht geprüfter Website ausreichend jugendgefährdendes Potential besteht.

Was macht der Jugendschutzbeauftragte?

Der Jugendschutzbeauftragte vermittelt in zwei Richtungen. Einerseits stellt der Jungendschutzbeauftragte eine Ansprechperson für die Nutzer eines Internetportals dar. Kommen Fragen, Beschwerden oder Vorschläge auf können Nutzer eines Internetportals den bestellten Jugendschutzbeauftragten direkt ansprechen. Dieser leitet dann die Informationen weiter an den Anbieter und bietet fachkundige Hilfestellung bei einer nötigen Problemlösung. Andererseits berät der Jugendschutzbeauftragte den Anbieter eines Online-Angebotes in allen Problemkonstellationen rund um den Jugendschutz.

Die erforderliche Sachkenntnis ermöglicht dem Jugendschutzbeauftragten Anbieter von Telemedien bei der Konzeption und Realisierung von Online-Angeboten soweit zu unterstützen, dass es möglichst gar nicht erst zu einer Gefährdung des Jugendschutzes kommt. Bei reinen Host- und Accessprovidern besteht keine Pflicht einen Jugendschutzbeauftragten vorab einzubeziehen. In diesen Konstellationen wird kein Fremdinhalt geprüft, sondern der Aufbau und die Struktur des jeweiligen Online-Angebotes.

Wer kann alles Jungendschutzbeauftragter sein?

Ein Jungendschutzbeauftragter muss über ausreichende Fachkenntnis im Bereich des Jugendschutzes verfügen. Darüber hinaus sollte er den technischen Hintergrund von modernen Online-Angeboten überblicken und die gesetzlichen Grundlagen beherrschen können. Es gibt keine spezifische Ausbildung zum Jugendschutzbeauftragten. Nicht erlaubt ist es jedoch eine augenscheinlich ungeeignete Person als Jugendschutzbeauftragten zu bestellen. Unternehmen können Angestellte oder externe Dritte als Jugendschutzbeauftragte benennen. Vorsicht ist dann geboten, wenn Geschäftsführer als Jugendschutzbeauftragte benannt werden.

In dieser Konstellation kann ein Interessens- und Beratungskonflikt angenommen werden. Allgemein gilt, dass der bestellte Jugendschutzbeauftragte frei arbeiten und kommunizieren müssen darf. Arbeitnehmer dürfen selbstverständlich wegen der Aufgabe und Kommunikation als Jugendschutzbeauftragte nicht diskriminiert oder benachteiligt werden.

Was passiert wenn ich keinen Jugendschutzbeauftragten bestelle?

Die Bestellung eines Jugendschutzbeauftragten stellt eine gesetzliche Verpflichtung dar. Der Jugendschutz muss bei Online-Angeboten gewahrt sein. Verzichten Anbieter darauf einen Jugendschutzbeauftragten zu bestellen, können Geldbußen bis zu einer Höhe von 500.000 EUR verhängt werden. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass andere Unternehmer entsprechend abmahnen.

Gerne sind wir Ihnen behilflich bei der Bewertung, ob aufgrund Ihrer angebotenen oder geplanten Inhalte ein Jugendschutzbeauftragter nötig ist und prüfen Ihr Internetangebot auf jugendgefährdende Inhalte.


Nur durch eine vorherige Prüfung lassen sich negativ Folgen vermeiden. Hierbei helfen wir Ihnen! Unser Expertenteam um Rechtsanwältin Rafaela Wilde steht Ihnen unter der Rufnummer 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit) gerne für eine erste Einschätzung zur Verfügung.


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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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