Jugendmedienschutz

TWD: Fox kündigt rechtliche Schritte gegen Schnittauflagen an

Es ist eine der erfolgreichsten Serien momentan: Die Zombie-Serie »The Walking Dead«. Gerade ist in den USA die fünfte Staffel gestartet, die in Deutschland auch im Pay-TV zu sehen ist. In Deutschland lief die erste Folge aber nur unter Schnittauflagen.

Trotz des weltweiten Erfolges: Für die Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen FSF ist der Auftakt zur 5. Runde zu hart gewesen. So wurde die erste Episode der fünften Staffel der Zombieserie „The Walking Dead“ (TWD) nur unter einer Schnittauflage freigegeben. In der Originalfassung wurde die Episode als schwer jugendgefährdend eingeschätzt, was eine Sendeunzulässigkeit nach sich zieht, so die Meldung der FSF.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Dramaturgisch nicht notwendige Gewalt

So sei bereits nach den ersten vier Minuten eine Intensität von Gewalt zu sehen, die als nicht sendefähig befunden wurde, da sie mit grausamen Details weit über das dramaturgisch Notwendige hinausgehe (§ 30 Satz 2 Nr. 1d PrO-FSF), so die FSF.

Die Gewalt sei dabei sehr realistisch und in expliziter Nahaufnahme inszeniert, zudem sei die Szene zynisch und mitleidlos. Für die Ausstrahlung im Nachtprogramm müsse diese Szene entfernt werden, so das Mehrheitsvotum des Ausschusses, die Minderheit schätzte die Folge auch in der Schnittfassung als sendeunzulässig ein.

Generell nicht menschenverachtend

Nach zusätzlichen Prüfung durch einen juristischen Sachverständigen kam man zu dem Entschluss, dass die in der Episode gezeigte Gewalt nicht gewaltverherrlichend oder -verharmlosend sei. Auch die Menschenwürde werde nicht verletzt. Die zuvor beanstandete Szene verletzte jedoch aufgrund der gezeigten Grausamkeit die Menschenwürde. Sie behandele die beiden Männer als bloße Objekte und könne beim Rezipienten eine Einstellung erzeugen oder verstärken, die den fundamentalen Wert- und Achtungsanspruch leugnet, der jedem Menschen zukommt, so das Urteil der FSF.

Fox kündigt rechtliche Schritte an

Der Pay-TV Sender FOX, der die aktuellen Folgen hierzulande austrahlt, hat bereits angekündigt, rechtliche Schritte gegen die Schnittauflage einzuleiten. Allerdings durfte die Szene nicht gesendet werden, da keine endgültige Entscheidung bis zur Erstausstrahlung getroffen wurde. Auch bei verschlüsselten Programmen gilt ein Sendeverbot, da nicht zwischen Pay- und Free-TV unterschieden werde, so die Meldung weiter.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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