Jugendmedienschutz

LMK-Studie: Werbung im Internet überfordert Kinder

Der Ausschuss für Jugendschutz und Medieninhalte der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz hat eine Studie zum Surfverhalten von Kindern vorgestellt. Demnach stelle vor allem Werbung ein hohes Problempotential für Kinder dar. 

Gerade die Unterscheidbarkeit von werblichen und redaktionellen Elementen sei für die jungen Nutzer sehr schwer, so ein Ergebnis der Untersuchung der LMKBesonders die Mischformen von klassischer Produktwerbung und Werbeangebote der Sender auf Internetseiten von TV-Veranstaltern würden 71% der Befragten die Erkennbarkeit der Werbeabsicht erschweren. 55 % der werblichen Elemente würden zudem auf externe Internetseiten weiterleiten, so dass eine Rückkehr auf das Ursprungsangebot erschwert werde, so die Kritik der LMK.

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Bildnachweis: 2 girls and a boy at the laptop | Ingo Bartussek | Fotolia

Junge Rezipienten könnten bei Spielen die Verknüpfung mit werblichen Elementen nicht immer sicher erkennen, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Zudem waren die jungen Rezipienten bereit, persönliche Daten für eine Spielteilnahme preiszugeben. Die LMK forderte daraufhin, die Werbekompetenz in Schulen, aber auch bei der elternpädagogischen Arbeit zu fördern. Auch könnten Richtlinien für Werbung im Internet der eingeschränkten Werbekompetenz von jungen Nutzern Rechnung tragen, so die Meldung weiter.

Jugendmedienschutz-Novelle im Herbst

Auf die rasanten Veränderungen in der digitalen Welt muss auch der Jugendmedienschutz reagieren. Unabhängig von der Studie der LMK gab der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei Thomas Kreuze im Zuge des zehnjährigen Jubiläums der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) bekannt, dass eine Novellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages (JMStV) unumgänglich sei.

Man plane bis zum Herbst einen neuen Entwurf vorlegen zu können, so die Meldung des Branchenmagazins Blickpunkt Film. Gerade aufgrund des technischen Fortschritts und des sich verändernden Nutzungsverhaltens sei eine Novellierung des JMStV aus dem Jahre 2003 notwendig.

Der Vorsitzende der KJM, Siegfried Schneider, regte zudem an, die Zuständigkeit der KJM zu erweitern. „Es stellt sich weiterhin die Frage, ob nicht auch die Aufsicht des öffentlich-rechtlichen Rundfunks unter ein gemeinsames Dach gehört“, sagte er nach Angaben von Blickpunkt Film.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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