Jugendmedienschutz

KJM: Jugendschutzfilter halten nicht Schritt mit der Internetentwicklung

Die meisten Jugendschutzfilter können nicht mit dem technischen Fortschritt im Internet mithalten, so die Kommission für Jugendmedienschutz KJM.

Jugendschutz.net hatte zum neunten Mal im Auftrag der KJM einen Filtertest durchgeführt, in den auch anerkannte Jugendschutzprogramme einbezogen waren. Dabei kam man zu dem Fazit, dass zu viele Filter stagnieren.

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Bildnachweis: 2 girls and a boy at the laptop | Ingo Bartussek | Fotolia

Erwartungen nicht erfüllt

Die Programme von JusProg und Telekom zeigten zwar niedrigere Fehlerquoten als die meisten anderen Filter, die zur Ermittlung des Stands der Technik überprüft wurden, erfüllten aber noch nicht die Erwartungen der KJM. Nur bei pornografischen Websites waren die Filterquoten befriedigend, bei Gewaltdarstellungen oder Rassismus wurde jedes zweite Angebot falsch behandelt, so die Meldung der KJM.

Lösungen für Social-Media-Plattformen fehlen

Außerdem müssten dringend zufriedenstellende Lösungen für Social-Media-Plattformen wie YouTube oder Facebook gefunden werden. Bislang können diese nur komplett blockiert oder frei geschaltet werden.

Siegfried Schneider, Vorsitzender der KJM, betonte, dass für den Jugendschutz im Internet gut funktionierende Filterprogramme unverzichtbar seien. Denn viele Kinder und Jugendliche seien mobil und außerhalb elterlicher Einflussmöglichkeiten online und würden globale Plattformen nutzen, bei denen deutsche Schutzregelungen nicht greifen würden. So würden junge Nutzer auch zufällig auf Enthauptungsvideos der Terrororganisation IS stoßen, wenn sie sich über Syrien informieren, so die Meldung weiter.

Technischer Schutz hält nicht mit Entwicklung Schritt

Die KJM hatte 2012 die ersten beiden PC-Systeme unter den Auflagen anerkannt, dass sie kontinuierlich weiterentwickelt und an den neuesten Stand der Technik angepasst werden. Außerdem sollten die Programme auf onlinefähigen Endgeräten verfügbar gemacht werden. Die Erwartungen der KJM haben sich bislang aber nicht erfüllt. Der technische Schutz halte nicht mit der Entwicklung des Internets Schritt, so die KJM. Zudem seien Programme für Smartphones und Tablets noch nicht zur Anerkennung vorgelegt worden.

Die KJM sieht vor allem die Anbieter beeinträchtigender Inhalte in der Pflicht, sich finanziell in die Weiterentwicklung von Jugendschutzprogrammen einzubringen. „Ein Hochtechnologieland, das Milliarden für bessere Internetanbindung investiert, muss auch in der Lage sein, bestmögliche und einfach zu bedienende Schutzmechanismen zu entwickeln“, so der Vorsitzender der KJM Siegfried Schneider.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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