Jugendmedienschutz

KJM: Jugendmedienschutz hinkt Technik hinterher

Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung wird ein umfassender Jugendmedienschutz immer wichtiger. Doch die Technik ist bereits jetzt schon viel weiter als es die Gesetzeslage abdeckt.

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat ihren sechsten Bericht zum Jugendschutz im Rundfunk und in Telemedien vorgestellt. Dabei wird der Zeitraum von März 2013 bis Februar 2015 betrachtet.

Hier finden Sie Informationen zum Jugendmedienschutz

Bildnachweis: 2 girls and a boy at the laptop | Ingo Bartussek | Fotolia

Novellierung erforderlich

Nach Ansicht der KJM bestehe beim Jugendmedienschutz dringender Handlungsbedarf. So betonte der KJM-Vorsitzende Siegfried Schneider: „Die Regulierung hinkt derzeit dem Mediennutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen und dem Stand der Technik hinterher. Aufgrund von Medienkonvergenz und Digitalisierung sind die bestehenden gesetzlichen Grundlagen nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Deshalb müsse die Novellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages möglichst bald erfolgen.

Moderner Jugendmedienschutz gefordert

Für einen modernen Jugendmedienschutz müsse nach Ansicht der KJM die bestehenden Doppelzuständigkeiten im Bereich der Bewertung von Medieninhalten abgeschafft werden. Nur so könne man Anbietern und Nutzern mehr Sicherheit geben, heißt es in der Meldung weiter. Auch sollte künftig für einen Medieninhalt, unabhängig von seinem Übertragungsweg, nur noch eine Bewertung durch eine Selbstkontrolleinrichtung gelten.

Des Weiteren sei es notwendig, dass länderübergreifende Schnittstellen für Jugendschutzprogramme eingerichtet werden. Auch Tools zur Alterseinstufung von Inhalten im Netz seien sinnvoll. Grundlegende Voraussetzung hierfür sei jedoch eine stabile Finanzierung sowie eine kontinuierliche Weiterentwicklung technischer Schutzkomponeten, so die Meldung weiter.

Schwerpunkt Prüftätigkeit: Telemedien

Der Schwerpunkt der Prüftätigkeit der KJM lag auch in diesem Berichtszeitraum im Bereich der Telemedien, über 1.000 Indizierungsanträge und Indizierungsstellungnahmen wurden in dieser Zeit bearbeitet. Gegen deutsche Telemedien-Anbieter seien rund 300 Prüfverfahren eingeleitet worden. In 40 Prozent der bereits abgeschlossenen Fälle wurden Verstöße festgestellt und Maßnahmen gegen die Anbieter verhängt. In rund 50 Prozent der abschließend bewerteten Fälle konnten die Verfahren nach Prüfung durch die KJM eingestellt werden. Inhaltlich stammte der Großteil der Fälle aus dem Bereich der einfachen Pornografie, so die Meldung weiter. (COH)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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