Jugendmedienschutz

KJM erweitert Anerkennung von Jugendschutzprogrammen

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat eine wichtige Entscheidung für Online-Anbieter mit Adult-Inhalten getroffen: ab Juni 2013 werden die Jugendschutzprogramme der Deutschen Telekom und des Vereins JusProg für Inhalte ab 18 Jahren anerkannt.

Die Jugendschutzprogramme waren seit Februar 2012 zunächst nur für Inhalte bis 18 Jahre anerkannt worden. Danach wurden die Programme wesentlich weiterentwickelt. So wurde insbesondere die Filterleistung und die Handhabbarkeit der Programme verbessert. Dies führte dazu, dass die Programme wesentlich häufiger heruntergeladen wurden. In Zukunft sollen auch entsprechende Apps für mobile Endgeräte entwickelt sowie eine Kompatibilität mit dem Betriebssystem Windows 8 erzielt werden.

Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass die KJM die Anerkennung für Inhalte ab 18 Jahren zugelassen hat. Jugendgefährdende und unzulässige Angebote sind hiervon jedoch nicht umfasst. Zum Beispiel pornografische Darstellungen dürfen einfach weiterhin nur in „Geschlossenen Benutzergruppen“ angeboten werden.

Die KJM sieht dennoch bei beiden Jugendschutzprogrammen noch Entwicklungsbedarf. Sie erwartet, dass die Erweiterungen der Programme für mobile Endgeräte bis zum Herbst dieses Jahres vorgelegt werden. Darüber hinaus begrüßt die KJM eine Weiterentwicklung der Benutzerfreundlichkeit für Eltern sowie der Wirksamkeit der Filterfunktionen. Hierzu gehören auch Inhalte wie Gewalt, Selbstgefährdung und Rassismus.

Der KJM-Vorsitzende Siegfried Schneider zieht ein Zwischenfazit: „Trotz der Anstrengungen von Telekom und JusProg können wir mit der Verbreitung der Jugendschutzprogramme noch nicht zufrieden sein. Der derzeit geltende Jugendmedienstaatsvertrag gibt eine Vollanerkennung trotzdem vor. Es ist der KJM daher ein besonderes Anliegen, dass im Rahmen der anstehenden Novellierung die gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden, die für den Schutz der Kinder und Jugendlichen notwendig sind. Dabei ist es unerlässlich auch die Finanzierung der Jugendschutzprogramme auf eine sichere Basis zu stellen. Ein Jugendschutzprogramm wird nie abgeschlossen sein, es muss wegen der Flüchtigkeit des Mediums immer auf dem jeweiligen Stand der Technik gehalten werden. Diese großen Herausforderungen müssen von allen Beteiligten angenommen werden, denn Jugendschutzprogramme bieten momentan die einzige Schutzlösung, die auch ausländische Angebote umfasst. Die KJM wird über ihren gesetzlichen Auftrag hinaus dazu beitragen.“

 

Quelle: Pressemitteilung der KJM v. 21.5.2013

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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