IT-Recht

Youtube erpresst Musiklabels: Spotify und andere Videoplattformen scheinen die Alternative zu sein

Kürzlich sickerte durch, dass YouTube die unabhängigen Musiklabels, welche schätzungsweise 20-30 Prozent der Inhalte der Plattform YouTube produzieren, gehörig unter Druck setzt. YouTube droht damit Ihre Inhalte zu sperren, wenn nicht neue Vergütungsverträge unterschrieben würden.

 Youtube erpresst Musiklabels © Benjamin-Duda-Fotolia

Youtube erpresst Musiklabels © Benjamin-Duda-Fotolia

Anlass für die neuen Vergütungsverträge die YouTube fordert, sei der, dass Youtube plant einen eigenen Streaming-Dienst ins Leben zu rufen. Dienste wie Spotify zeigen, dass gegen eine gewisse Monatsgebühr ein grenzenloser Zugang zu allen Musikarchiven möglich ist. Der Ärger mit geblockten Angeboten wird dem Nutzer so erspart. Diesbezügliche Vereinbarungen mit der Gema sind möglich, wie das Beispiel Spotify, als sehr beliebter legaler Streamingdienst, aufzeigt.

Die Streithähne der Internet und Musikindustrie

Nun möchte auch YouTube nachziehen. Probleme hierbei macht allerdings die Gema. Seit fünf Jahren schon ist eine Einigung zwischen Youtube und der Gema auf einen neuen Lizenzvertrag scheinbar unmöglich.

Die Gema, also Treuhandunternehmen, vertritt die Rechte aller Komponisten in Deutschland.
Hierbei wollen die Rechteinhaber der verschiedenen Musikstücke oft mehr Geld, als YouTube bereit ist zu zahlen. Die Folge ist: Der Nutzer der ein Musikvideo auf Youtube anklicken will, bekommt lediglich den schlichten Hinweis auf den Streit mit der Gema. Das Musikvideo seines Lieblingskünstlers aber sieht er nicht.

Bei diesem Streit mit der Gema zielt Youtube auf Zeit, um seiner Ansicht nach keine überhöhten Gebühren zahlen zu müssen. Als Teil des Internetkonzerns Google, scheint YouTube am längeren Hebel zu sitzen.

Gutes Angebot an Streaming-Alternativen

Trotzdem kann der Nutzer nunmehr auf alternative Musik-Streaming Portale wie Spotify ausweichen. Auch andere Videoplattformen wie Clipfish, Myvideo usw. haben Verträge mit der Gema. Einige Stimmen von unabhängigen Musiklabels erklärten bereits, dass auch ein Verzicht auf YouTube möglich sei. Auf anderen Videoplattformen wie Clipfish usw. werde man angemessen an den Werbeerlösen beteiligt. Hier bekommen die Musiklabels für ca. 1000 Views (Klicks auf ein Video) nicht nur 1,50 €, sondern sogar fünf oder sechs Euro.

Für die Zukunft ist davon auszugehen, dass Google als größte Suchmaschine der Welt, weiter auf die Nutzung von Youtube verweisen wird. Eine Beendigung des Streits scheint wohl nicht in Sicht.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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