IT-Recht

WhatsApp zeigt keine Links zum Konkurrenzprodukt „Telegram“ an

WhatsApp ist der beliebteste Messenger weltweit. In der Vergangenheit stand das Kommunikationsprogramm für Smartphones, Tablets und Computer regelmäßig in der Kritik. Angemahnt wurde von Politikern und Nutzern immer wieder ein sorgloser Umgang mit den sensiblen Kommunikationsdaten der Nutzer. Andere Messengerdienste nutzten die Situation und haben eigene Programme beworben, die einen sicheren Umgang mit eigenen Daten und damit ein höheres Datenschutzniveau ermöglichen sollen. Telegram ist ein stark wachsender Messenger, der eine Chatfunktion beinhaltet, die Chats automatisch löscht. WhatsApp versucht nun wohl gezielt über seinen Dienst versendete Links zu Internetseiten des Betreibers von „Telegram“ zu sperren.

WhatsApp zeigt keine Links zum Konkurrenzprodukt "Telegram" an © Scanrail - Fotolia

WhatsApp zeigt keine Links zum Konkurrenzprodukt „Telegram“ an © Scanrail – Fotolia

Reddituser berichten davon, dass WhatsApp Links sperrt

User des bekannten Internetforums Reddit haben nach einem Update der WhatsApp-Software heraus gefunden, dass WhatsApp nun die Links zu den Seiten des Messengers „Telegram“ sperrt. Dabei könne zwar ein Link verschickt werden, doch dieser könne dann nicht wie üblich von dem User direkt angeklickt werden, um auf die Internetseite zu gelangen. Betroffen seien die Internetadressen von telegram.me, telegram.org und telegram.com.

Keine neue Methode

Schon 2010 hatte Facebook wohl begonnen einzelne Links bei Versendung über den eigenen Facebook-Messenger zu sperren. Dabei wurden vor allem Links zu Filesharingportalen wie Pirate Bay gesperrt. Facebook begründete die Sperrung der Links im Jahr 2010 damit, dass der Missbrauch des Systems und der Versand von Spam eingedämmt werden solle. Interessant ist, dass Facebook mittlerweile den Messenger WhatsApp gekauft hat.

Update kommt zeitversetzt

Nicht jeder User wird das das Phänomen zeitgleich wahrnehmen. Die Updates des Messengers kommen regelmäßig zeitversetzt. WhatsApp hat sich bisher nicht weiter geäußert. Kurios ist aber, dass die gesperrten Internetseite www.telegram.com nicht zu dem konkurrierenden Messenger „Telegram“, sondern zu einer Nachrichtenseite aus den USA gehrt. (NIH)

Sicherlich ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. Peter Maria sagt:

    Ich bin ja überzeugter Threema-Nutzer und hab‘ mit WhatsApp wirklich gar nichts am Hut, aber ann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Absicht dahinter steckt, denn es wäre ja abzusehen, dass dies eine unliebsame Rückwirkung haben könnte.

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