IT-Recht

Webdesigner-Haftung – Schadensersatz bei fehlerhafter Homepage-Erstellung

Das Landgericht Bochum hat entschieden (Urt. v. 16.8.2016, Az.: 9 S 17/16), dass Webdesigner eine Pflichtverletzung begehen und damit einem Schadensersatzanspruch ausgesetzt sind, wenn sie bei der Erstellung einer Homepage für einen Kunden urheberrechtlich geschützte Fotos verwenden.

 Webdesigner-Haftung – Schadensersatz bei fehlerhafter Homepage-Erstellung ©-ferkelraggae-Fotolia-Fotolia_31081868_XS

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Zum Sachverhalt

Webdesigner aufgepasst! Wird bei der Erstellung einer Homepage für einen Kunden urheberrechtlich geschütztes Material verwendet, dann droht ein Schadensersatzanspruch. Im vor dem Landgericht Bochum zu entscheidenden Fall hatte ein Webdesigner im Auftrag einer Kanzlei für diese eine Kanzleihomepage erstellt Er hatte hierbei ein urheberrechtlich geschütztes Foto verwendet. Die Kanzlei wurde daraufhin wegen einer unerlaubten Foto-Nutzung kostenpflichtig abgemahnt. Daraufhin verklagte sie den Webdesigner und verlangt vom Webdesigner Erstattung des entstandenen Schadens.

Vortrag des Webdesigners

Vor Gericht wehrte sich der Grafiker mit der Aussage, dass er auf ein Foto in seinem „Fundus“ zurückgegriffen habe. Er durfte daher darauf vertrauen, dass das Bild auch verwendet werden darf.  Diesen Vortrag ließen die Richter nicht gelten.

Webdesigner haftet für unerlaubte Fotonutzung bei Homepage-Erstellung

Das Landgericht Bochum bejahte einen Schadensersatzanspruch. Der Webdesigner hat seine Pflicht aus dem Vertrag über die Erstellung einer Homepage verletzt, indem er seine Sorgfaltspflichten nicht eingehalten habe. Es dürfen nur solche Fotos benutzt werden, bei denen sicher sei, dass die Fotos auch für Kundenaufträge verwendet werden dürfen. Durch die mangelnde Sorgfalt des Webdesigners sei der Kanzlei ein Schaden entstanden, da sie vom Urheber des Fotos kostenpflichtig in Anspruch genommen wurde.

Fazit

Um einem Schadensersatzanspruch zu entgehen, müssen Webdesigner vor Gericht beweisen, dass die das Werk mit dem Recht zur Vervielfältigung auch zu gewerblichen Zwecken erworben haben.  Jeder Webdesigner sollte seine Fotos vor der Verwendung daraufhin überprüfen, ob die Nutzung gebührenpflichtig ist oder ob es ausreichend ist, die Fotos nur unter Nennung der entsprechenden Quellen oder des entsprechenden Urhebers kostenlos im Internet zu verwenden.

Zusätzlich müssen Webdesigner den Kunden darüber aufklären, ob die Nutzung der auf der Homepage verwendeten Bilder entgeltfrei ist oder nicht.

Auf diese Prüf- und Informationspflichten von Webdesignern weist das Landgericht Bochum eindringlich hin.  (LaR)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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