IT-Recht

Warcraft: Bot-Software „Honorbuddy“ und Gatherbuddy verboten

Viele Mediennutzer kennen das seit Jahren beliebte Onlinemultiplayer Spiel „World of Warcraft“. Seit Jahren erschaffen sich die Spieler eigene Charaktere und lassen diese virtuell zum Leben erwachen. Das Interesse von Menschen virtuelle Spielfiguren zu erschaffen und dann über einen langen Zeitraum auf- und auszubauen, scheint einen großen Reiz auf Menschen auszuüben.

 

Warcraft: Bot-Software „Honorbuddy“ und Gatherbuddy verboten©-Thomas-Jansa-Fotolia

Warcraft: Bot-Software „Honorbuddy“ und Gatherbuddy verboten©-Thomas-Jansa-Fotolia

Computerprogramme als Manipulationsprogramme

Der Aufbau der eigenen Spielcharaktere erfordert regelmäßig einige Zeit. Die Verbindung aus spielerischem Geschick und zeitlichem Einsatz lässt die Spielstärke des eigenen Charakters steigen. Problematisch ist, dass nicht alle Spieler bereit sind entsprechend viel Zeit in einen solchen Aufbau zu investieren.

Spielfortschritt ist zu beeinflussen

Jedoch ist der Spielfortschritt zu beeinflussen. Normalerweise lassen sich Erfahrungspunkte und Spielfortschritte durch regelmäßige Handlungen im Spiel erreichen. Immer öfter greifen einzelne Spieler jedoch auch zu Computerprogrammen, die den Ablauf der Spiele beeinflussen können. Durch den Einsatz von entsprechenden „Bots“ können die täuschenden Spieler eigene Spielfortschritte oder Spielabläufe erheblich verändern. Spieler, die keine entsprechenden Manipulationsprogramme einsetzen, erleiden hierbei einen enormen Nachteil, da das Erreichen gleicher Spielfortschritte durch ehrliches Spiel doch erheblich länger dauert.

Untersagung solcher Botprogramme

Das OLG Hamburg (Urt. v. 06.11.2014 – Az.: 3 U 86/13) hat zum wiederholten Male in einem Klageverfahren zwischen dem Vertreiber einer solchen Bot-Software einem Spieleanbieter entschieden, dass manipulative Botprogramme nicht eingesetzt werden dürfen. Durch den Einsatz solcher Botprogramme würden die Rechte des Spieleherstellers Blizzard in erheblichem Maße verletzt. Die Hamburger Richter argumentieren damit, dass der Einsatz solcher Botprogramme doch eine erhebliche Vertriebs- und Absatzstörung bedeute. Zusätzlich sei die Chancengleichheit der teilnehmenden Spieler nicht mehr gewahrt. Blizzard müsse fürchten, dass sich zahlende Kunden vom Spiel abwenden, da der Spielspaß auf Dauer leide, wenn man mit einem ehrlichen Spiel die Spielentwicklung nicht mehr ausreichend erfolgreich gestalten könne.

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben | Trackback URL

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×