IT-Recht

Vorsicht vor Fake-SMS: „Es ist etwas schlimmes passiert…“

Insbesondere Smartphone-Nutzer erhalten in den letzten Tagen eine SMS, In der eine Notsituation vorgespiegelt wird. Die Angerufenen sollten eine bestimmte Nummer anrufen. Dem sollten Sie nicht nachgekommen. Es handelt sich höchstwahrscheinlich um eine gezielte DDoS-Attacke zu Lasten von Unternehmen, wie etwa Schlüsseldiensten oder Vermögensberatungen.

 Vorsicht vor Fake-SMS: „Es ist etwas schlimmes passiert…“ © Scanrail - Fotolia

Vorsicht vor Fake-SMS: „Es ist etwas schlimmes passiert…“ © Scanrail – Fotolia

Eine SMS mit dem folgenden Inhalt wird wieder seit den letzten Tagen verschickt: „Es ist etwas schlimmes passiert, Ruf mich bitte an…“.

Was ist an der SMS auffällig?

Auffallend an dieser Spam-SMS ist vor allem, dass die angezeigte Rufnummer vom angeblichen Absender nicht mit der Handy-Nummer oder auch Festnetznummer übereinstimmt, die angerufen werden soll (diese befindet sich am Ende der SMS). Darüber hinaus steht in dieser Kurznachricht kein Name angegeben. Bei der angezeigten Nummer des vermeintlichen Absenders handelt es sich beispielsweise um die 015207910403 oder die 01626538652. Hier sollten Sie also besonders aufpassen. Gegebenenfalls kann der Wortlaut dieser SMS auch etwas abweichen.

Vor dieser Masche wurde bereits vor mehreren Jahren, Ende 2013 sowie zuletzt am 30.05.2014 vom LKA Niedersachsen gewarnt. Seit einigen Tagen berichten Internetnutzer wieder darüber z.B. auf der Webseite wemgehoert.de.

Wie Handy-Nutzer reagieren sollten

Wichtig ist, dass Sie die angezeigte Nummer des Adressaten nicht anrufen. Denn dieser ist aller Wahrscheinlichkeit nach selbst ein Opfer von unbekannten Hackern, die eine sogenannte DDOS-Attacke (DDoS bedeutet: Distributed Denial of Service). Ein solcher Angriff sich dadurch aus, dass etwa durch eine Vielzahl von Anrufen der Telefonanschluss des Betroffenen lahmgelegt werden soll. Iner einer anderen Variante sollen die Server von Unternehmen überlastet werden, damit diese zumindest vorübergehend nicht mehr erreichbar ist. Bei einer DDOS-Attacke handelt es sich um kein Kavalierstart, sondern vielmehr eine Straftat. Hier kommt insbesondere eine Computersabotage nach § 303b StGB in Betracht. Dies ergibt sich etwa aus einem Urteil des Landgerichtes Düsseldorf 22.03.2011 (Az. 3 KLs 1/11).

Bei SMS oder Anrufen von Unbekannten sollten Verbraucher aufpassen. Ansonsten können ihnen auch hohe Kosten entstehen. Eine ganz perfide Methode sind etwa sogenannte PING-Anrufe, bei denen die Betroffenen kurz angeklingelt werden. Wer dabei zurück ruft, gerät in eine teure Kostenfalle, weil es sich um eine Mehrwertdienstenummer handelt. Bei SMS sollte man sich vor allem hüten, auf einen angezeigten Link zu klicken.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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