IT-Recht

Vorsicht: Porno-App erpresst Android-Nutzer mit Selfies

Verbraucher aufgepasst! Die Porno-App „Adult Player“ hält nicht das, was sie verspricht. Statt Pornografie bereit zu stellen, schießt sie mithilfe Ihrer Handykamera ein Foto, sperrt im Anschluss ihr Smartphone und verlangt 500 US-Dollar von Ihnen. Wir möchten Ihnen hier kurz die subtile Vorgehensweise der betrügerischen Firma erörtern und Ihnen aufzeigen, wie Sie sich mit einfachen Mitteln die Malware von Ihrem Handy entfernen.

Vorsicht: Porno-App erpresst Android-Nutzer mit Selfies© Scanrail - Fotolia

Vorsicht: Porno-App erpresst Android-Nutzer mit Selfies© Scanrail – Fotolia

Porno-App verspricht viel – Wirklichkeit sieht anders aus

Die App „Adult Player“ wirbt unter anderem mit dem kostenfreien Zugang zu Pornografie und verspricht dem Nutzer Großes. Die Wirklichkeit sieht jedoch leider anders aus. Das Programm verschafft sich Zugang zu der Handykamera, um unberechtigterweise und ohne Wissen des Betroffenen ein Selbstporträt des Nutzers aufzunehmen. Zudem sperrt die App den Bildschirm des Gerätes und macht im Rahmen einer personalisierten Erpresserbotschaft 500 US-Dollar geltend. Diese sollen schnellstmöglich per Paypal bezahlt werden.

Was nun? Der Bildschirm ist gesperrt, das Handy nicht weiter verwendbar. Mit Hilfe eines Neustartes lässt sich das Problem leider nicht beheben. Dies teilte die Firma Zscaler mit, die im Rahmen ihrer Sicherheitsforschung auf die Malware gestoßen war. Trotzdem sollte man nicht verzweifeln. Möglich bleibt ein Neustart des Gerätes im Recovery-Modus, in dem man das Programm letztlich entfernen kann.

Auch dieser Fall zeigt erneut, dass der Hinweis von Sicherheitsexperten, die regelmäßig vor der Installation von .apk-Dateien warnen, nicht ignoriert werden sollte. Es handelt sich dabei meist um unzertifizierte Quellen, die zwar üblicherweise infolge der vorinstallierten Grundeinstellungen von Android automatisch blockiert werden, sollte man diese Einstellungen jedoch verändert haben, schnell mal auf Ihrem Handy landen können.

Bedrohungen durch Ransomware auf Smartphones nehmen zu

Nach Angaben von Intel Security und McAffee, zweier großer Sicherheitsexperten auf dem Gebiet, hat die Verbreitung von Ransomware auf Smartphones in den letzten zwei Jahren rasant zugekommen. Zwar ist Ransomware schon seit langem bekannt, hatte sich bisher aber eher auf den PC-Bereich beschränkt. Nun werden immer häufiger auch Smartphones infiziert.

Und das Geschäft mit Ransomware ist lukrativ. Eine solche App ist ohne großen Aufwand schnell ins Leben gerufen, alles Weitere wird vom Nutzer selbst durch die Installation und Inanspruchnahme der App in Gang gesetzt, ohne dass die Betreiber weiteren Aufwand betreiben müssen. Laut Erfahrungsberichten von Expertenkreisen können mit diesem Vorgehen innerhalb weniger Wochen von bis zu 75.000 US-Dollar eingetrieben werden.

Vorsicht bei nicht zertifizierten Apps

Also der Appell an alle Verbraucher! Aufpassen bei nicht zertifizierten Apps! Diese können möglicherweise schneller ihr Handy mit Malware infizieren, als Sie denken.(SaR)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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